Spannung und Wechselbad der Gefühle

Derby hielt, was es versprach

Im mit Spannung erwarteten Lokalderby zwischen der HSG St. Leon/Reilingen und der TSG Eintracht Plankstadt feierten die Gastgeber einen am Ende doch noch deutlichen 27:24 (11:14) Heimsieg und bleiben weiterhin ungeschlagen in der laufenden Runde. „Wir haben uns fest vorgenommen, zum ersten Heimsieg zu kommen. Mit unseren im Training probierten verschiedenen Varianten sollten wir zum Erfolg kommen“, meinte HSG-Trainer Schnetz vor dem Spiel. Und das setzte seine Truppe, wenn auch spät, erfolgreich um. Alles, was so ein Derby verspricht, wurde den zahlreichen Zuschauern am Sonntagabend geboten: Spannung, teilweise Dramatik, Einsatz, ein Auf und Ab bei beiden Teams, aber teilweise auch mancher Leerlauf. Beide Teams schenkten sich nichts, wobei die Grenzen der Fairness nicht überschritten wurden, aber auf beiden Seiten mit großem Einsatz gespielt wurde. Dabei durchwanderten sowohl die Mannschaften als auch die mitfiebernden Zuschauer einige Wechselbäder der Gefühle. Besonders bei den Kontrahenten auf dem Spielfeld gingen die Emotionen rauf und runter. Plankstadt erwies sich über weite Strecken der Begegnung als das abgeklärtere Team, spielte effektiver und hielt die Gastgeber lange Zeit auf Distanz. Die TSG profitierte dabei von der hohen Fehlerzahl, die das HSG-Team phasenweise produzierte. Viel zu oft präsentierten sich die Gastgeber nervös und unkonzentriert und ermunterten den Gegner förmlich, sich gut in Szene zu setzen. Erst als das vorbildlich kämpfende und eine tolle Moral zeigende HSG-Team das Tempo erhöhte und die Fehlerquote drastisch verringerte, bog man auf die Siegerstraße ein. Ein toller Endspurt, als das HSG-Team wie entfesselt alle Kräfte mobil machte, brachte die entscheidende Wende. Hier konnte die TSG nichts mehr entgegensetzen und wurde vom HSG-Express praktisch überrollt. Mit entscheidend war auch das geschickte Ein- und Auswechseln seitens des HSG-Trainerteams, dem die Gäste nichts Adäquates dagegenstellen konnten.

Die TSG erwischte einen guten Start. Mit ihrer kompakten 6:0/5:1-Abwehrformation hielt sie zunächst die Gastgeber in Schach und kam durch zwei schnelle Tore zur 0:2 Führung. Die HSG konnte zwar den 2:2 Ausgleich schaffen, doch innerhalb kurzer Zeit lag Plankstadt wieder mit 2:5 in Front. Eine starke Defensive und schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff waren hierbei die Stärken der TSG. Schon in dieser Anfangsphase zeigte es sich, dass sich das HSG-Team sehr schwertat, gegen den aufmerksamen und gut eingestellten Gegner zu bestehen. Plankstadt verstand es, durch lange Ballpassagen sich die Lücken in der HSG-Abwehr aufzutun und diese auch zu nutzen. Der HSG-Angriff hingegen agierte ohne die nötige Dynamik, um die kompakte Defensive der TSG entscheidend zu knacken. In der Defensive waren die Gastgeber zu unkonzentriert und auch bei den Abprallern hatten die Gäste das bessere Ende für sich. Plankstadt hielt stets einen 2- oder 3-Tore-Vorsprung, wobei die HSG auch das Pech mit 5 Latten- und Pfostenschüssen hatte und obendrein auch noch 2 Siebenmeter-Strafwürfe vergab. Überhaupt war die Fehlerquote beim HSG-Team sehr hoch und auch das Überzahlspiel ließ zu wünschen übrig. Plankstadt kam über 7:10 zu einer verdienten 11:14 Führung zur Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel kam das HSG zunächst wie ausgewechselt aufs Spielfeld. Mit drei klug herausgespielten, schnellen Toren hatte man den 14:14 Gleichstand erreicht. Dies erwies sich leider nur als Strohfeuer. Denn ab der 33. Minute bis zur 45. Minute erzielte das HSG-Team nur noch einen Treffer, unter anderem wurde eine Überzahl wieder nicht genutzt und auch die Wurfquote war eher suboptimal. Die TSG spielte weiter gut strukturiert in der Offensive, nutzte die Nachlässigkeiten in der HSG-Abwehr und war auch im Abschluss sehr effizient, profitierte dabei auch von der hohen Fehlerquote im HSG-Team. Als es nach 45 Minuten 15:19 für die Gäste stand, schienen diese sich auf der Siegerstraße zu finden. Doch die letzte Viertelstunde gehörte dann eindeutig den Gastgebern. Als wenn man den Schalter umgelegt hätte, spielten die HSG-Akteure wie umgewandelt. Eine sehr konzentrierte, kompakte und aufmerksame Defensive ließ dem Gegner nun kaum mehr Räume für ein effektives Spiel. Die HSG hatte nun einen super Lauf, spielte dynamisch und glänzte auch durch schnelles Umschalten. In der 53. Minute war der vielumjubelte Ausgleich zum 20:20 geschafft und auch in der Folgezeit waren die Gastgeber das dominante Team und ließen sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Gelungene Kombinationen gegen einen nun sehr konsterniert wirkenden Gegner brachten dem HSG-Team klare Einwurfmöglichkeiten, die nun auch konsequent genutzt wurden. Die TSG konnte dem nichts mehr entgegensetzen, wirkte gegen Ende ziemlich platt und das konditionell und gegen Ende auch spielerisch überlegene HSG-Team kam über 26:23 letztendlich zu einem verdienten 27:24 Erfolg.

HSG-Trainer Schnetz nach dem Spiel: „Mit der 1. Halbzeit war ich nicht zufrieden. Da war die TSG abgeklärter und entschlossener. Aber ich muss die Moral meiner Mannschaft loben. Sie zeigte großen Willen und hat besonders in der letzten Viertelstunde einen prima Einsatz an den Tag gelegt. Wir hatten auch das größere Stehvermögen und am Ende den Sieg verdient.“

Die Mannschaft und die Tore: Gutland, Winter; Frank (8/2), Decker (6/1), Scholl (4), Menger (4), Antl (2), Glogowski (1), Impertro (1), Barth (1), Bahr, Benetti Y. und Benetti M.

krau

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