Dramatische Schlussphase in Reilingen

Hochverdienter Punktgewinn für die HSG

Ein sicher verwandelter 7-m-Strafwurf in letzter Sekunde durch den treffsicheren Christian Decker brachte der HSG St. Leon/Reilingen einen hochverdienten Punktgewinn gegen den TV Friedrichsfeld. Vorausgegangen war eine rüde Attacke eines Gästespielers, der kurz hinter der Mittellinie den Reilinger Schützen beim Torwurf in letzter Sekunde mit einem Schlag ins Gesicht von den Beinen holte. Beim 26:26 (11:11) waren die Gastgeber über weite Strecken der zweiten Halbzeit das spielbestimmende Team und führten teilweise mit 2 Toren gegen den Favoriten aus Friedrichsfeld, verstanden es aber nicht, den Sack endgültig zuzumachen, da der TVF immer wieder die Fehler der HSG ausnutzte. HSG-Trainer Schnetz meinte auch vor dem Spiel: „Der TVF ist ein recht unbequemer Gegner, aber nicht unbesiegbar. Aufgrund ihrer robusten Abwehr stehen sie zurecht mit an der Tabellenspitze. Wir müssen aber auch mal so ein Spiel gewinnen.“ Und genau diese kompakte Defensive war lange Zeit für die HSG eine echte Herausforderung. Während der gesamten ersten Spielhälfte tat sich das HSG-Team schwer und brauchte eine gewisse Anlaufzeit, um dieses Abwehrbollwerk zu überwinden. Doch muss man insgesamt feststellen, dass die Gastgeber eine klare Leistungssteigerung gegenüber den letzten Spielen zeigten und ihr wohl bestes Spiel der Saison ablieferten. Sowohl in der Defensive, die sich vor allem im ersten Spielabschnitt als sehr beweglich erwies, als auch im Angriffsspiel, das in der zweiten Spielhälfte sehr variabel und effektiv agierte, zeigten sich deutliche Verbesserungen. Was letztlich zum Sieg fehlte, war das berühmte Quäntchen Glück und in manchen Situationen ein Tick mehr Cleverness.

Der TVF begann wie erwartet mit einer sehr robusten und kompakten 6:0 Abwehrformation. Zwar taten sich die Gastgeber vor allem gegen den starken Mittelblock der Gäste schwer, doch spielten sie recht erfolgreich über ihre Außen. Die Gäste kontrollierten zunächst durch ihr druckvolles Angriffsspiel und ihre sattelfeste Defensive die Begegnung.Zu oft legte das HSG-Team seine Angriffe ohne den nötigen Druck auf die Gästeabwehr an und kam somit zu wenigen Chancen aus dem Rückraum. Da aber die Defensive der HSG sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut auf das Angriffsspiel der Gäste eingestellt hatte, blieb die Partie recht torarm. Beide Abwehrreihen dominierten über weite Strecken der ersten Spielhälfte das Spielgeschehen, wobei die Gäste meist einen Treffer vorlegten, doch die HSG postwendend den Ausgleich erzielte. Während der TVF überwiegend durch Einzelleitungen zu seinen Toren kam, war das HSG-Team über sein mannschaftliches Spiel erfolgreich. So war es nicht verwunderlich, dass es über 5:5 und 8:8 zu einem 11:11 Pausenstand kam.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel dann allmählich mehr an Fahrt auf. Das HSG-Team drückte nun mehr aufs Tempo und bereitete der Abwehr des Gegners durch ihr nun wesentlich dynamischeres Spiel mehr und mehr Probleme. Die Defensive der Gäste wurde ständig unter Druck gesetzt, die Nahtstellen wurden konsequent angegangen und mit variablen Kombinationen übernahm nun das HSG-Team zusehends das Kommando. Auch in der Defensive stand man nun sehr kompakt und brachte die Gäste des Öfteren ans Zeitspiel. Vorübergehend versuchte es der TVF mit dem 7. Feldspieler, doch dieses Angriffsmittel verpuffte wirkungslos. Mit ihrem druckvollen, klugen Angriffsspiel erspielte sich das HSG-Team beim 15:13 eine 2-Tore-Führung, die auch beim 17:15 Bestand hatte. In dieser Phase versäumten es die Gastgeber, ihre Führung auszubauen, als sie leichtfertig zwei gute Gelegenheiten vergaben. Die Gäste nutzten diese kleinen Nachlässigkeiten und glichen zum 17:17 aus. Eine kritische Phase hatte dann das HSG-Team zu überstehen. Doch bei der 4:6 Unterzahl und 19:18 Führung mussten sie lediglich aufgrund ihrer famosen Abwehrarbeit den 19:19 Ausgleich hinnehmen. Es entwickelte sich in den letzten zehn Minuten eine interessante, sehr intensiv geführte, turbulente und am Ende hochdramatische Begegnung. Beide Teams agierten mit großem Einsatz, wobei das spielerische Element auf beiden Seiten nicht auf der Strecke blieb. Meist legte die HSG einen Treffer vor, doch die Gäste kamen prompt zum Ausgleich und lagen beim 23:24 erstmals wieder in Front. Spannung pur war in den letzten Minuten angesagt, ein Thriller nach Maß. Nach dem 25:25 Ausgleich der HSG nahm der TVF 40 Sekunden vor Spielende eine Auszeit, nach der die Gäste 5 Sekunden vor Spielende zum 25:26 kamen. Nach einem blitzschnell ausgeführten Anspiel der HSG setzte Carsten Frank kurz nach der Mittellinie zum Torwurf an und wurde dabei von einem rüden Foul eines Gästespielers von den Beinen geholt. Regelkonform gaben die Schiedsrichter die rote Karte und den fälligen 7-m-Strafwurf, der dann unter dem großen Jubel sicher verwandelt wurde. Das 26:26 Unentschieden war insgesamt ein gerechter Spielausgang, wobei das stark verbesserte HSG-Team durchaus einen Sieg hätte einfahren können.

HSG-Trainer Schnetz nach dem Spiel: „Es war ein aufregendes Spiel mit einem gerechten Unentschieden. Die Mannschaft hat viele Vorgaben umgesetzt und eine deutliche Leistungssteigerung erkennen lassen. Vielleicht haben wir es versäumt, die Big Points zu machen.“

Die Mannschaft und die Tore: Köhler, Unser; Antl, Impertro, Anschütz (2), Grünholz, Netscher, Glogowski (5), Decker (8/5), Geiss, Menger (4), Frank (5), Schwechheimer (2).

krau

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