Herbe Niederlage im Derby

HSG unterliegt deutlich beim TSV Rot

Drei Spiele in fünf Tagen waren dann doch etwas zu viel. Was nicht mal den Profis zugemutet wird, muss das Badenliga-Team der HSG St. Leon/Reilingen über sich ergehen lassen. Eine unmögliche Terminierung des BHV macht solche Geschehnisse und Wettbewerbsverzerrungen möglich. Nicht verwunderlich, dass dem HSG-Team bei der herben 20:29 (9:14) Niederlage beim Lokalrivalen TSV Rot die Frische und die Spritzigkeit fehlten. So konnte das HSG-Team nicht an die guten Leistungen vom Dienstag anknüpfen, als man einfach mit Präsenz den Gegner klar in Schach halten konnte. HSG-Trainer Schnetz meinte auch vor dem Spiel: „Wenn wir so spielen wie am Dienstag, habe ich keine Sorgen. Vor allem in der Defensive müssen wir dieselbe Leistung bringen, um den TSV-Angriff unter Kontrolle zu halten. Mal sehen, wie die Kräfte reichen.“ Und leider war Letzteres mit ausschlaggebend, denn während der gesamten Begegnung waren die Gastgeber die tonangebende Mannschaft. Sie wirkten präsenter, spritziger und waren stets den berühmten Schritt schneller. Auch war der TSV nach der Niederlage im Hinspiel hochmotiviert, spielte vor allem in der Abwehr sehr aggressiv, ja zeitweise sehr rustikal, was den Angriffsbemühungen der HSG oftmals den Schwung nahm. Obendrein gelang den Gastgebern einfach alles, wie es häufig der Fall ist, wenn man einen gewissen Flow im Spiel hat.

Einen recht flotten Beginn legten beide Teams an den Tag und die Begegnung blieb zunächst ausgeglichen. Beide Abwehrreihen zeigten sich konzentriert und unterbanden beherzt die Offensivaktionen des Gegners. Im Angriff war noch etwas Sand im Getriebe, aber so langsam kam der TSV besser ins Spiel. Nach dem 3:3 forcierten die Gastgeber das Tempo und kamen mit sehr dynamischen Offensivaktionen zu einer 6:3 Führung. Schon hier deutete sich die läuferische Überlegenheit des TSV an, der im weiteren Verlauf durch Tempogegenstöße und zweite Welle einfache Tore erzielte. Die HSG-Defensive wirkte oftmals unsortiert, es fehlte der letzte Schritt, um die Kompaktheit herzustellen. Auch in der Offensive war man stets einen Schritt zu langsam, um Lücken in der sehr aggressiven TSV-Defensive zu finden. Während sich also der HSG-Angriff sehr schwertat, spielte der TSV dynamisch und sehr variabel. Vor allem das Spiel über den Kreis erwies sich als sehr effektive Waffe. Hier war die HSG-Abwehr viel zu passiv und ließ dem Gegner viel zu viel Raum.Über 10:6 kamen die Gastgeber bis zur Pause zu einer 14:9 Führung.

Gleich zu Beginn der zweiten Spielhälfte legte der TSV nach und erhöhte auf 16:9. Die Gastgeber waren zusehends überlegen, spielten sehr dynamisch und zielstrebig. Mit einer sehr aufmerksamen Defensive hielten sie den nicht immer ideenreichen HSG-Angriff unter Kontrolle und initiierten erfolgreiche Angriffsaktionen. Während der TSV aus allen Positionen erfolgreich war, hatte das HSG-Team eine recht schwache Wurfausbeute. Zu oft waren die Würfe schlecht platziert und waren eine leichte Beute für den TSV-Torwart. Die Gastgeber spielten in der zweiten Hälfte teilweise wie entfesselt. Es gelang einfach alles, was man anpackte. Würfe aus der zweiten Reihe fanden ihr Ziel genauso wie die Anspiele an den Kreis, die dann auch in Tore umgemünzt wurden. Diesem Angriffswirbel des TSV hatte die Abwehrreihe der HSG nichts Adäquates entgegenzusetzen. Es fehlte sowohl im Angriff als auch in der Defensive die Spritzigkeit, es fehlte einfach an den nötigen Kraftreserven, was auch der unmöglichen Spielterminierung geschuldet war.Der TSV zog Tor um Tor davon und kam über 22:14 zu einem klaren und verdienten 29:20 Erfolg.

Die Mannschaft und die Tore: Unser, Winter; Rausch, Impertro (2), Antl (1), Benetti Y. (1), Barth, Decker (5/4), Frank (2), Meyer (4), Bikowski (3), Bahr (2).

HSG-Trainer Schnetz: „Unser Spiel war enttäuschend. Wir waren immer einen Schritt zu langsam. Mit drei Spielen innerhalb kurzer Zeit fehlte einfach die mentale und körperliche Frische. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

Das letzte Spiel der Runde bestreitet das HSG-Team am Sonntag in Pforzheim. Gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2 unterlag man im Hinspiel nur denkbar knapp. Vielleicht kann man im Rückspiel den Spieß umdrehen, wenn dazu die nötigen Kraftreserven mobilisiert werden können. Spielbeginn ist um 18.00 Uhr.

krau

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