Herbe Niederlage der HSG im ersten Heimspiel

Unerwartete Leistungsschwankungen nutzte der Gegner konsequent

Eine unnötige, weil überflüssige 26:27 (11:16) Heimniederlage musste die HSG St. Leon/Reilingen am vergangenen Samstag gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2 hinnehmen. Nach dem Auftakterfolg im ersten Rundenspiel auswärts vor einer Woche hätte sich das HSG-Team eine sehr gute Ausgangslage für den weiteren Rundenverlauf schaffen können. Doch in der heimischen Fritz-Mannherz-Halle konnten die Gastgeber bei weitem nicht an die guten Leistungen des vorhergehenden Auswärtsspiels anknüpfen. HSG-Trainer Schnetz meinte auch vor der Begegnung: „Das wird heute ein anderes Spiel. Wir haben es mit einer jungen Mannschaft zu tun, die eine offensive, bewegliche Abwehr stellt, die spielerisch stark ist und auch zu keinem Zeitpunkt nachlassen wird. Es wird ein hartes Stück Arbeit.“ Und genau diese Prognose sollte sich im gesamten Spielverlauf bewahrheiten. Hinzu kam, und das war über weite Strecken der Partie teilweise sehr unverständlich, dass es das HSG-Team nicht verstand, einen flotten, technisch sauberen Handball zu spielen und vor allem kam sehr selten ein echter Spielfluss auf. Zu sehr verzettelte man sich in Einzelaktionen und es fehlte oftmals die Zielstrebigkeit und das Spiel wirkte phasenweise recht ideenlos. Erst gegen Spielende kam ein leises Fünkchen Hoffnung auf, doch die über die gesamte Spielzeit überlegenen Gäste ließen sich die zwei Punkte nicht mehr nehmen. 

Die Gäste kamen wesentlich besser ins Spiel als das HSG-Team. Sie profitierten aber auch von der Anhäufung technischer Fehler seitens der Gastgeber. Gleich bei den ersten zwei Angriffen der HSG landete der Ball in des Gegners Händen, was auch konsequent zum 0:2 ausgenutzt wurde. Gerade das Umschaltspiel der SG war eine Stärke, die die Gastgeber während des gesamten Spiels nicht unterbinden konnten. Überhaupt zeigte die HSG an dieser Begegnung große Schwächen in der Offensive. Viel zu breit waren die Aktionen angelegt, es fehlte das Spiel in die Tiefe und der nötige Druck auf die Abwehr der Gäste. Diese stellten einen offensiven 5:1 Deckungsverbund, der recht beweglich und aggressiv agierte. Das HSG-Team tat sich schwer, gegen diese stabile Defensive adäquate Mittel zu finden, um diese in Bedrängnis zu bringen. Zu oft verzettelte man sich in Einzelaktionen, so dass kein echter Spielfluss aufkommen konnte. Oftmals wirkte das HSG-Team auch unkonzentriert sowohl in der Defensive als auch Offensive. Aus dem Rückraum wurde zu wenig Dynamik entwickelt und auch die Wurfausbeute war eher suboptimal. Die Gäste hingegen gefielen durch eine überlegte und gut strukturierte Offensive. Ballsicher trugen sie ihre Angriffe vor, blieben stets konzentriert und agierten zielsicher und ohne technische Fehler. Mit recht einfachen, aber gelungenen Aktionen überwanden sie die viel zu passive Abwehr der HSG ein ums andere Mal. Über 2:6 und 8:13 führte die SG zur Pause deutlich mit 11:16.

Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst das gleiche Bild. Die Gäste hielten an ihrem erfolgreichen System aus der ersten Hälfte fest, spielten weiter gut strukturiert und überlegt. Vor allem über den linken Rückraum und die Außen kamen sie zu ihren Torerfolgen. Auch das Umschaltspiel blieb weiter eine Stärke, was auch der schlechten Wurfausbeute der HSG geschuldet war. Obendrein kamen nun viele sehr dubiose Entscheidungen der schwachen Schiedsrichter hinzu, die stets auf der Seite der Gäste waren. Das trug auch dazu bei, dass die HSG zwar nun etwas besser im Spiel war, aber in den entscheidenden Situationen immer benachteiligt wurde. Zwar blieben die Gäste weiterhin mit vier bis fünf Toren in Front, doch gelang es zunehmend dem HSG-Team, sich besser auf das Spiel der Gäste einzustellen. Auch in der Offensive entwickelte man mehr Dynamik und auch die Effektivität im Abschluss erhöhte sich. Bis zum 16:21 hielten die Gäste ihren Fünf-Tore-Vorsprung, ehe die Gastgeber zu einem Zwischenspurt ansetzten und mit drei blitzsauberen Toren auf 21:23 herankamen. Endlich wirkte man in der Defensive etwas aktiver und verstand es auch in der Offensive, Akzente zu setzen. Auch beim 22:24 und 24:26 war man drauf und dran, dem Spiel doch noch eine Wende zu geben. Doch der Gegner war an diesem Tag einfach cleverer und nutzte jede Schwäche der HSG konsequent aus. In den entscheidenden Phasen agierte das HSG-Team zu überhastet und hatte auch immer wieder zu große Abstimmungsprobleme in der Defensive. Die HSG steckte zwar zu keinem Zeitpunkt auf, zeigte auch kämpferischen Einsatz, doch nach dem 24:27 der Gäste konnte man nur noch Ergebniskosmetik zum 26:27 betreiben. Am verdienten Sieg der Gäste konnte das HSG-Team nicht mehr rütteln.

HSG-Trainer Schnetz nach dem Spiel: „Die erste Halbzeit hatte mit Handball nichts zu tun. Die vielen Abspielfehler waren mit entscheidend. Die Abwehr hielt sich nicht an Absprachen und wir agierten in der Offensive zu ideenlos. Der Sieg der Gäste ist verdient.“

Die Mannschaft und die Tore: Gutland, Unser; Menger (5), Decker (5/2), Rausch (4), Frank (3), Benetti (3), Meyer (3), Kief (2), Impertro (1), Barth (1), Hühn, Bahr.

krau

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