„Nach vier Jahren sind neue Impulse für das Team einfach wichtig.“

Trainer Daniel Weinheimer tritt nach der laufenden Drittliga-Saison zurück

Daniel Weinheimer hört als Trainer des Frauen-Handball-Drittligisten HSG St. Leon/Reilingen auf – allerdings erst nach der laufenden Saison, deren zweite Hälfte am Samstag, 10. Januar, 18 Uhr, mit einem Auswärtsspiel beim TSV Haunstetten beginnt.

„Eine Mannschaft braucht immer wieder neue Reize“, sagt der 42-Jährige zu den Gründen, nach der Spielzeit zurückzutreten. „Man muss sie fordern und herausfordern. Sie braucht auch den internen Wettkampf, um Bestleistungen zu erzielen. Als Trainer kann man das nur bis zu einem gewissen Punkt. Nach vier Jahren mit einem fast unveränderten Kader gehen diese Impulse irgendwann verloren – man kann die Spielerinnen nicht mehr richtig ,kitzeln‘.“
Die HSG habe keinen großen Umbruch erlebt, während dem „junge Spielerinnen von unten nachkamen und die Etablierten herausforderten, und auch nur wenige neue Spielerinnen. Deshalb glaube ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für etwas Neues gekommen ist“, betont Weinheimer. „Nach vier Jahren sind neue Impulse für das Team einfach wichtig.“


2022 begann der gebürtige Landauer als Trainer der HSG II, „weil ich etwas kürzer treten wollte. Ich hatte einen neuen Job angefangen und wollte meine B-Lizenz in Ruhe machen“. Dann kam es jedoch anders: Im Oktober 2022 übernahm Weinheimer nach dem Rücktritt des bisherigen Trainers Armin Merz die Drittliga-Frauenmannschaft des Vereins, die nach fünf Spieltagen noch ohne Sieg in der Tabelle stand. „So wurde aus ,kürzer treten‘ plötzlich Trainer der ersten und zweiten Mannschaft der HSG St. Leon/Reilingen'“, erzählt Weinheimer heute mit einem Schmunzeln.
Selbst hatte er bis dahin beim TV Ottersheim und TV Offenbach gespielt, beim TSV Steinsfurt die weibliche Jugend trainiert und als Spielertrainer bei den Männern agiert. Über den TSV Rot und die Kurpfalz-Bären kam er schließlich zur HSG St. Leon/Reilingen. „Als klar war, dass ich in Ketsch aufhöre, bekam ich ein paar Wochen später den Anruf vom damaligen Vorstand der HSG.“


Nun steht Daniel Weinheimer noch eine halbe Saison bevor, in der es um nichts anderes geht, als die Liga ein weiteres Mal zu halten – wenn möglich nicht auf den letzten Drücker wie in der vergangenen Saison. Wie es danach für ihn weitergeht, weiß der scheidende Trainer noch nicht. „Nein, aktuell gibt es keinen neuen Verein. Wenn sich etwas ergibt, worauf ich Lust habe und das mich reizt, mache ich es. Ich weiß, dass ich es ohne Handball vermutlich nicht lange aushalte – selbst wenn ich jetzt noch denke, dass eine Pause gelegen kommt.“


Dem Vorstand der HSG habe er seine Entscheidung zeitnah mitgeteilt, erzählt Weinheimer. Seine Spielerinnen hätten mit seinem Rücktritt zum Saisonende augenscheinlich nicht gerechnet. „Die Überraschung war ihnen ins Gesicht geschrieben und für einen Moment war es ganz still. Man hat gemerkt, dass die Nachricht bei jeder erst einmal ankommen musste.“


Weinheimer blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Es war eine anstrengende Zeit, jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen, aber auch eine schöne. Ich glaube, die Mädels wussten relativ schnell, wie ich ticke und was ich von ihnen erwarte. Mir war wichtig, dem Team Stabilität, Orientierung und Selbstvertrauen zu geben – gerade in einer sportlich sehr anspruchsvollen 3. Liga und in schwierigen Phasen mit Rückschlägen, Verletzungen und engen Spielen.“


Die eine oder andere Handballerinnen noch ein Stück weiterzubringen, ihnen zu helfen, ein „klareres Selbstverständnis und mehr Fokus zu entwickeln“ und vor allem das Zusammenwachsen des Teams zu fördern, seien ihm wichtig gewesen. „Vor allem aber ist es uns gelungen, als Team Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Dieser Teamgeist hat uns letztlich auch die vergangenen drei Jahre den Klassenerhalt ermöglicht und wird es auch das vierte Jahr tun. Das bedeutet mir persönlich sehr viel“, unterstreicht Weinheimer.


Zum angekündigten Abschied plaudert Daniel Weinheimer aus dem Nähkästchen: „Bei Auswärtsfahrten ist eines immer klar: Wer fürs Essen nach dem Spiel zuständig war, durfte bloß nicht mit vegetarischen Ideen ankommen. Sobald die Worte ,Gemüse‘ oder ,Salat‘ fielen, war die Stimmung im Keller – inklusive skeptischer Blicke und der obligatorischen Frage ,Und wo ist da das Fleisch?’“
Hinzu sei der „Hunger nach Gossip“ gekommen. „Nach jeder Party oder jedem Training wurde nach Neuigkeiten gefragt… Und im Training wusste außerdem jede sofort, was gemeint war, wenn es hieß ,Zieht euch ’nen Latz an!‘ ,Leibchen?‘ Brauchte hier keine – das Wort wurde aus unserem Wortschatz gestrichen.“


Zum Abschluss des Jahres blickt Weinheimer gerne auf die Highlights seiner bisherigen Zeit zurück, nennt aber eigentlich nur einen: „Der Klassenerhalt am letzten Spieltag vergangene Saison vor voller Halle war definitiv einer der tollsten Höhepunkte. Außerdem bleibt mir das starke Teamgefühl und der Zusammenhalt besonders in Erinnerung.“


Der restliche Spielplan im Überblick:
Sa., 10. Januar, 18 Uhr: TSV Haunstetten – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 17. Januar, 19.30 Uhr: Sportverein Allensbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 25. Januar, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – Kurpfalz Bären
So., 1. Februar, 17 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – SG Schozach-Bottwartal
So., 8. Februar, 15.30 Uhr: SG Kappelwindeck/Steinbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 22. Februar, 17 Uhr: HC Erlangen – HSG St. Leon/Reilingen
So., 1. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – HCD Gröbenzell
So., 8. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSG Friesenheim
Sa., 21. März, 19.30 Uhr: TuS Schutterwald – HSG St. Leon/Reilingen
So., 29. März, 15 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Ismaning
So., 12. April, 16 Uhr: TSV Wolfschlugen – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 18. April, 18 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Haunstetten

www.schwetzinger-zeitung.de

Trainerwechsel im Drittligateam

Daniel Weinheimer hat den Vorstand am Mittwoch, den 26.11., darüber informiert, dass er nach der laufenden Saison seine Tätigkeit beim 3.-Liga-Team der HSG beendet. Der Verein hätte sehr gerne mit ihm verlängert und bedauert diese Entscheidung sehr. Man trennt sich im Guten, ist die Aussage von Vereinsseite und Trainer selbst. Gleichzeitig bedankt sich die HSG herzlich bei ihm für seinen großen Einsatz und die engagierte Arbeit in den letzten vier Jahren. Außerdem wünscht sie Daniel für seine sportliche, sowie private Zukunft nur das Beste. Die Verantwortlichen sind bereits intensiv an der Suche nach einem Nachfolger.

3. Liga Frauen Kurpfalz-Bären – HSG St. Leon/Reilingen

 Potenzial blitzt mehrfach eindrucksvoll auf

HSG verliert in Ketsch dennoch mit 22:29 (13:16)

Eine Partie auf beinahe Augenhöhe gelang den Drittliga-Spielerinnen der HSG St. Leon/Reilingen über weite Strecken bei den Gastgeberinnen aus Ketsch. Was an Potenzial in ihnen steckt, bewiesen zudem die 8:4-Führung bei den Kurpfalz-Bären und einige Lichtblicke, sowie sehenswerte Tore.

Die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheimer überstand unter anderem in der ersten Halbzeit eine doppelte Unterzahlsituation mit nur einem Gegentreffer, hielt ihre Fehlerquote niedriger als der Tabellenführer und hatte mit Melina Friedrich eine Torhüterin, die ihr Team mit sieben Paraden in der ersten und weiteren sechs in der zweiten Spielhälfte einigermaßen im Rennen hielt. Der erspielte Vier-Tore-Vorsprung nach rund 13 Minuten schmolz im Anschluss innerhalb von acht Minuten auf ein 10:10 Unentschieden, was unter anderem daran lag, dass es die HSGlerinnen schwer hatten, den Kreis der Bären überhaupt zu erreichen und sie sich nach der starken Anfangsphase mehr und mehr Fehlwürfe, ungenaue Pässe und den ein oder anderen überhasteten Abschluss leisteten. Nach dem exzellenten Anspiel von Samira Schulz auf Annika Rimpf, gingen die Gäste das letzte Mal mit 11:10 in Führung, verloren bis zur Halbzeit aber weiter an Boden und gingen mit 13:16 in die Kabine. Kurios dabei: Da die gerade neu eingeweihte Anzeigetafel in der Ketscher Neurotthalle streikte und entsprechend keine Uhr zur Verfügung stand, pfiff das Schiedsrichtergespann den letzten Angriff der HSG kurz vor dem Wurf ab.

In der zweiten Halbzeit stieg die Anzahl der technischen Fehler auf Seiten der HSG an. Die Gäste kamen zunächst nicht näher an die Ketscherinnen heran. Sie nutzten eine Überzahl nicht, verkürzten nochmals auf 18:21, scheiterten danach allerdings fünfmal in Folge an der überragenden Bären-Torfrau Leonie Moormann. Zehn Minuten vor Ende der Begegnung stand es 19:26 und die Partie war praktisch gelaufen. Bezeichnend in der Schlussminute war erneut der Abpfiff des Spiels nur sekundenbruchteile vor dem letzten Wurf der HSG, da keine der Spielerinnen einen direkten Blick zur noch verbleibenden Spielzeit hatte. Das Spiel endete mit einigen fragwürdigen Problemen seitens der Technik mit einem 22:29. Ebenfalls die im Anschluss aufgeführte Torverteilung ist aufgrund technischer Probleme nicht korrekt.

HSG: Friedrich, Dörr, Lang – N. Weschenfelder (5), Nussbaumer (1), Scholl (1), Hofmann, Haupt (1), Hornstein (2), Pahl, C. Weschenfelder (1), Schulz (4), Schieszl,Baumann, Rimpf (7/4)

„Das wird ein Alles-oder-nichts-Spiel“

Interview mit Jana Pahl vor dem Spiel am 6. Dezember bei den Bären

Am Samstag, 6. Dezember, geht es ab 19 Uhr sicherlich um mehr als nur zwei Punkte, gastieren die Drittliga-Handballerinnen der HSG doch bei den Kurpfalz-Bären in der Ketscher Neurotthalle. Die Spielerinnen kennen sich, die Trainer kennen sich, die Spielerinnen kennen die Trainer… Es geht um die Ehre und St. Leon/Reilingen als krasser Außenseiter darum, den Bären vor ihrem Winterschlag ein wenig Puls zu besorgen.
Jana Pahl, unsere Nummer 18 und beim bitteren 30:31 gegen den TSV Wolfschlugen zuletzt viermal erfolgreich, bezeichnet die Partie in Ketsch im Interview als ein „besonderes Spiel“…
Wie sind die Rollen am 6. Dezember verteilt?

Es ist ein besonderes Spiel, es geht für uns um alles oder nichts. Ketsch ist aber ganz klar in der Favoritenrolle.
Warum das?
Sie haben viele erfahrene Spielerinnen mit gutem Entscheidungsverhalten, vor allem im Rückraum, eine absolute Überbesetzung im Tor mit zwei Topspielerinnen, die auch in der 2. Bundesliga in jedem Team spielen könnten, und eine aggressive Abwehr.

Wo liegen die Schwächen von Ketsch?
Ketsch spielt über Einzelleistungen und wenig als Mannschaft. Das macht die Bären zwar nicht unbedingt schwächer, weil sie als Einzelspielerinnen alle sehr gut ausgebildet sind, ist für uns aber ein Vorteil. Zudem muss man sagen, dass die RA-Position spielerisch am schwächsten besetzt ist und sie aktuell auch ohne Linkshänderin spielen. Da haben wir zumindest einen kleinen Vorteil.

Wie schätzt Du unsere Chancen ein?
Es ist ein Derby, also ist alles möglich!
Blickst Du eher optimistisch oder pessimistisch voraus?
Ich freue mich auf das Spiel und die Atmosphäre, selbst im Testspiel war die Stimmung schon top. Und dann müssen wir an unserer Leistung anknüpfen, auch wenn es ein absolut anderes Spiel werden wird als in der Vorbereitung.

Gibt es eine Bärin, auf die ihr besonderes Augenmerk legen müsst?
Über eine Position lässt sich in Ketsch definitiv nicht streiten. Mit Johanna Wiethoff und Leonie Moormann stellt Ketsch mit Abstand das beste Torhüter-Duo der Liga. Auf dem Feld finde ich es schwer, einzelne Spielerinnen herauszuheben, da wir auch in den vergangenen Partien immer wieder gemerkt haben, dass jede Spielerin einen Vergleich entweder entscheiden oder eine untergeordnete Rolle spielen kann.

Was möchtest Du im Vergleich zu den vergangenen Spielen nun in Ketsch besser oder zumindest gleich gut machen?
Definitiv mehr Aggressivität in der Abwehr und Ruhe im Angriff. Diese Runde spiele ich selbst sehr unkonstant und habe auch einige Auftritte, bei denen ich mit meiner Spielleitung absolut nicht zufrieden bin. Das war vergangenes Mal wieder besser, aber auch da ist deutlich Luft nach oben. Am Ende ist es mir aber absolut egal, wie ich selbst spiele. Wenn wir am Ende ein kleines „Weihnachtswunder“ schaffen, ist meine Leistung für mich selbst zweitrangig. Ich freue mich wirklich sehr auf dieses Spiel, hoffe auf eine volle Halle auf beiden Seiten und auch auf das Aufeinandertreffen mit vielen bekannten Gesichtern. Das macht doch unseren Sport aus!

3. Handball-Liga Frauen Kurpfalz Bären – HSG St. Leon/Reilingen, Vorbericht

Die denkbar schwerste Aufgabe

HSG gastiert am 6. Dezember bei den Ketscher Bären

Die Drittliga-Handballerinnen der HSG St. Leon/Reilingen treten ihr letztes Spiel in diesem Jahr bei den Kurpfalz-Bären in Ketsch an. HSGlerin Nicola Baumann, die im vergangenen Spiel gegen den Drittplatzierten TSV Wolfschlugen mit neun Treffern erfolgreichste Werferin der Partie war, sagte im Nachzug: “Ich finde, wir haben als Mannschaft das ganze Spiel über gekämpft und genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, doch am Ende haben wir unglücklich den Sieg vergeben und sogar noch ein Tor kassiert – ein Erfolg wäre absolut verdient gewesen“.

Punkte würden St. Leon/Reilingen in der Tat guttun, denn im Tabellenkeller ist alles ziemlich nah beieinander. Gröbenzell steht mit 2:18 als Schlusslicht da, Schutterwald (5:15) und die HSG mit 5:13 Punkten direkt davor. Der TSV Haunstetten (6:12) und Schozach-Bottwartal (7:11) sind noch in Reichweite, Kappelwindeck/Steinbach und Erlangen (9:9) haben sich bereits etwas abgesetzt.

Doch schwerer könnte die letzte Aufgabe im Jahr 2025 für die HSG kaum werden: Am Samstagabend, 6. Dezember, 19 Uhr startet die Partie in der Neurotthalle in Ketsch. Es ist ein echtes Nachbarschaftsduell, obwohl die Gastgeberinnen laut Tabelle nicht weiter von der HSG entfernt sein könnten. Die Kurpfalz-Bären sind nach ihrem Zehn-Tore-Sieg bei Wolfschlugen mittlerweile mit 16:2 Punkten der aktuelle Tabellenführer. Ketsch sei ganz klar Favorit, betont Jana Pahl. Zählbares lag vor zwei Wochen zum Greifen nahe: “Das Spielkonzept ist auf jeden Fall aufgegangen, sowohl die 4:2 wie auch die 5:1 Deckung – aber am Ende hatten wir einfach Pech, der potenziell entscheidende Wurf vorne geht nicht rein und wir bekommen hinten wieder so ein unglückliches Ding“, schaut sie auf das 30:31 zurück. „Das ist frustrierend, vor allem, wenn man so eine Leistung über fast 50 Minuten zeigt. Ich finde, das war mit Abstand eines unserer besten und konstantesten Spiele in der bisherigen Saison.“

Umso mehr wird die Unterstützung der Fans am kommenden Spieltag benötigt.

Keine Chance gegen Wolfschlugen?

Drittliga-Frauen empfangen Tabellenzweiten im Harres

Wolfschlugen, Tabellenführer, 12:2 Punkte. Und dann kamen die Kurpfalz-Bären…
Am vergangenen Wochenende überrannten die Ketscherinnen den TSV beim 28:18 nach einer fast ausgeglichenen ersten Halbzeit geradezu und holten die Handballerinnen aus dem Landkreis Esslingen von Platz eins. Fast jede Bären-Feldspielerin traf dabei, während die zuvor durchschnittlich 33,4-mal erfolgreichen Gastgeberinnen bei mageren 18 Treffern gehalten wurden.
Nun gastiert die Mannschaft von Trainer Simon Hablizel sicherlich entsprechend gefrustet bei der HSG St. Leon/Reilingen im St. Leoner Harres – mit dem Wissen, am Sonntag, 23. November, ab 16 Uhr nicht nochmals verlieren zu dürfen, um den Kontakt zu den Bären nicht zu verlieren.
Auf der anderen Seite steht das HSG-Team von Cheftrainer Daniel Weinheimer zwar unter dem Druck, gegen den drohenden Abstieg punkten zu müssen – aber nicht unbedingt gegen eine Mannschaft, die „definitiv um die Meisterschaft mitspielen“ werde, wie Madeleine Hornstein betont. „Wir können frei aufspielen, wir haben nichts zu verlieren und von uns erwartet niemand einen Sieg“, betont sie.
Zuletzt hatte die HSG beim 33:33 gegen Schutterwald einen möglichen Sieg noch vergeben und anschließend 25:29 beim TSV Ismaning verloren. Wolfschlugen war mit einem 29:35 in Erlangen schlecht in die Saison gestartet, hatte danach aber sechsmal in Folge gewonnen, fünfmal davon mit fünf bis 13 Toren Unterschied. Das Zehn-Tore-Debakel gegen Ketsch – ein böser Ausrutscher.
Laura Aurenz (#4), Maike Wohnus (#14) und Siebenmeter-Spezialistin Franziska Kaupp (#77) sind für Wolfschlugen oftmals erfolgreich, aber auch auf Antonia Amann (#19) muss die HSG ein Auge haben, sollte sie spielen.
Bei einer HSG-Niederlage und einem Unentschieden oder Erfolg Schutterwalds in Erlangen würde St. Leon/Reilingen auf Platz elf abrutschen, hat allerdings eine Partie weniger ausgetragen als Schutterwald. Ein Punktgewinn oder sogar Sieg würde den Abstand auf den TuS und Schlusslicht HCD Gröbenzell hingegen etwas vergrößern und eine entspanntere Weihnachtspause sorgen. Lautstarke Unterstützung im Harres ist also willkommen.

„Wir können frei aufspielen“

Interview vor dem Heimspiel gegen Wolfschlugen: Madeleine Hornstein

Madeleine Hornstein ist für viele Tore gut, aber vor allem für die sehenswerten… Nun steht unsere Nummer 14 mit den HSG-Drittliga-Handballerinnen an diesem Sonntag, 23. November, 16 Uhr, im St. Leoner Harres vor einer hohen Hürde: dem TSV Wolfschlugen, seines Zeichens Tabellenzweiter.
Was sie über den TSV denkt, wen die HSG im Blick behalten sollte und was sie selbst eventuell gegen den Meisterschaftskandidaten ausrichten kann, verrät sie nun im Interview.

Was denkst Du über Wolfschlugen?
Sie haben erst zwei Saisonspiele verloren, was für ihre Qualität spricht. Allerdings am Wochenende zuletzt deutlich mit zehn Toren Unterschied gegen Ketsch, was so wohl niemand erwartet hätte.

Augen auf when?
Maike Wohnu, die Torschützenkönigin der 3. Liga aus der vergangenen Saison. Allerdings haben sie ihren Kader dieses Jahr noch einmal verstärkt und werden definitiv um die Meisterschaft mitspielen.

Also keine Chance gegen Wolfschlugen?
Wir können frei aufspielen, wir haben nichts zu verlieren und von uns erwartet niemand einen Sieg. Erfahrungsgemäß tritt man gegen solche Teams auch immer besser auf als gegen welche aus der hinteren Tabellenhälfte.

Was hast Du Dir selbst für Wolfschlugen vorgenommen? Wie kannst Du der Mannschaft helfen?
Ich möchte zu einem Sieg mit Kontertoren und einer sicheren Abschlussquote von Rechtsaußen beitragen, da dies wohl beides meine Stärken sind. In der Abwehr möchte ich meinen Halbspielern helfen und den Abwehrverbund vervollständigen.

Was müsst ihr als Mannschaft generell noch besser machen?
Wir müssen es mal schaffen, über 60 Minuten das Handballniveau der 3. Liga zu halten und nicht nur über eine Halbzeit oder höchstens 45 Minuten. Die Abwehr muss mehr im Verbund agieren, die technischen Fehler müssen deutlich reduziert werden und aus unseren freien Chancen vor dem Tor müssen wir mehr Kapital schlagen.

Wo siehst Du bei Dir Verbesserungsbedarf im Vergleich zum Ismaning-Spiel?
Ich habe gegen Ismaning wohl mein bisher schlechtestes Spiel der Saison gemacht und auch erheblichen Teil zur Niederlage beigetragen. Gegen Wolfschlugen möchte ich wieder eine mindestens 80-prozentige Trefferquote erreichen und nicht so viele freie Chancen liegen lassen.

3. Liga Frauen TSV Ismaning – HSG St. Leon/Reilingen

St. Leon/Reilingen verliert beim TSV Ismaning

Harte 25:29 (11:16) – Niederlage für die HSG

Die Drittliga-Handballerinnen der HSG St. Leon/Reilingen haben ihr Spiel am vergangenen Wochenende unglücklich mit 25:29 verloren. 

Wie die Woche zuvor gerieten die HSGlerinnen zu Beginn der Partie schnell in Rückstand. Über die Spielstände 2:2, 2:5 und schließlich ein 3:9 fielen die St. Leon/Reilingerinnen bereits nach zwölf Minuten deutlich zurück. Eigene Ansätze wurden von den Gastgeberinnen direkt gekontert und somit lag Ismaning zur Halbzeit komfortabel mit 16:11 vorne.

Nach dem Seitenwechsel drehte der TSV weiter auf und baute seinen Vorsprung auf zehn Tore zum Stand von 13:23 in der 39. Spielminute aus. Das Team um Daniel Weinheimer rappelte sich auf und durch die Einwechslung von Theresa Köhler, welche auch letzte Woche die Begegnung zum Positiven wenden konnte, fand mehr Spielfluss statt. Auch die Absprache zwischen Abwehr und der im Tor neu eingewechselten Emily Lang funktionierte viel besser. Doch einen Zehn-Tore-Rückstand aufzuholen kostet enorm viel Kraft und so musste sich die HSG am Ende mit einer Niederlage geschlagen geben. 

Für das verbleibende Restprogramm stehen noch zwei Mammutaufgaben an. Nächstes Wochenende, Sonntag 23. November, 16 Uhr, ist der derzeit Tabellenzweite TSV Wolfschlugen, der gerade seine Tabellenführung gegen die Kurpfalz-Bären aus Ketsch mit 18:28 eingebüßt hat, zu Gast im Harres in St. Leon. Das letzte Spiel des Jahres bestreiten die HSG-Frauen dann beim aktuellen Tabellenführer aus Ketsch. Die Partie wird am Samstag, 6. Dezember, 19 Uhr in der Neurotthalle in Ketsch angepfiffen.

HSG: Friedrich, Dörr, Lang, N. Weschenfelder, Nussbaumer(2), Scholl (3), Hofmann, Haupt (4), Hornstein (3), Köhler (2), Pahl (1), C. Weschenfelder (1), Schulz (1), Schieszl, Baumann (1), Rimpf (6/7)

„Alte Stärken ausspielen“

Samira Schulz vor der Ismaning-Auswärtspartie im Interview

Gegen den TuS Schutterwald reichte es in der Vorwoche „nur“ zu einem 33:33-Unentschieden für die HSG-Drittliga-Handballerinnen… obwohl: Da das Team von Cheftrainer Daniel Weinheimer zur Halbzeit 14:19 und zwischenzeitlich sogar mit sieben Toren zurücklag, kann die Punkteteilung vielleicht sogar als kleiner Sieg angesehen werden.


Nun wartet Ismaning am Samstag, 15. November, ab 20 Uhr in der Isarena auf die HSGlerinnen. Mit dabei sein wird Samira Schulz auf halb links, die gegen Schutterwald drei Siebenmeter verwandelte.
Was Weinheimer, Schulz und Co. in Ismaning erwartet und was sie selbst besser machen möchte als zuletzt im heimischen Harres, erklärt unsere Nummer 27 im Interview.

Stichwort Ismaning…
Ismaning hat eine gute Jugendarbeit und hat die vergangenen Jahre erfolgreich in der A-Jugend-Bundesliga gespielt. Sie haben daher ein junges Team, hinzu kommen als Stütze die Jugendspielerinnen, die technisch gut ausgebildet sind.
Was erwartet euch entsprechend?
Sie werden schnellen und technisch guten Handball spielen. Das darf man nie unterschätzen.
Wie bewertest Du ihre bisherige Saison?
Als Aufsteiger spielen sie eine richtig starke Aufsteigersaison und haben schon wichtige Punkte geholt. Sie ⁠stehen aufgrund ihrer bisherigen Leistungen meiner Meinung nach verdient im soliden Mittelfeld.


Was müsst ihr im Vergleich zu Schutterwald verbessern, um gegen Ismaning bestehen zu können?
Gegen Schutterwald haben wir kein überragendes Spiel gemacht und trotzdem einen Punkt geholt. Teilweise waren unsere Angriffe zu langsam und ideenlos. Da müssen wir wieder unsere Stärke der zweiten Welle ausspielen und von Anfang an mit mehr Druck auf die Abwehr kommen. Ismaning wird ein anderes Kaliber als Schutterwald sein, jedoch haben wir es in der Vergangenheit schon oft genug gezeigt, dass wir auch auf anderem Niveau agieren können. Ismaning hat alle Punkte bisher auswärts geholt und ist mit Sicherheit keine Übermannschaft.


Vier verworfene Siebenmeter gegen den TuS. Wie könnt ihr da erfolgreicher werden?
Unsere Gegner schauen auch Video und wissen daher, wo unser Lieblingseck ist beziehungsweise wie unser Wurfbild aussieht, allerdings waren die Siebenmeter teilweise auch einfach schlecht geworfen. Da müssen wir uns wieder mehr fokussieren und konsequent auf die Torhüterbewegung achten!


Was möchtest Du in Ismaning selbst besser machen als gegen Schutterwald?
Ich will wieder meine alten Stärken ausspielen und nicht so verkopft und mit angezogener Handbremse auftreten. Außerdem mir in der Abwehr die nötige Sicherheit holen und sie im Angriff dann mitnehmen.

Punktgewinn oder Punktverlust?HSG St.Leon/Reilingen : TuS Schutterwald 33:33

Schutterwald feierte den Punktgewinn, während die HSG-Spielerinnen enttäuscht wirkten. Dabei mussten sie das gar nicht sein: Nach einer schwachen ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheim eine deutliche Leistungssteigerung und erkämpfte sich gegen den Tabellennachbarn TuS Schutterwald ein 33:33-Unentschieden. Zur Pause hatte die HSG noch mit 14:19 zurückgelegen.

„Alles in allem ist das Unentschieden verdient, wenn man beide Halbzeiten“, meinte Madeleine Hornstein, die gemeinsam mit Jana Pahl beste HSG-Werferin mit sieben Treffern war. „Wir haben das Spiel definitiv in der ersten Halbzeit verloren. Wir hatten lange Zeit keinen Zugang, der Abwehrverbund war nicht vorhanden, wir bekamen Quennet nicht in den Griff, bekamen einfache Gegentor. Und vorne waren unsere eigenen Aktionen zu halbherzig.“


Das 1:3 von Annika Rimpf war der erste HSG-Treffer im Harres, in dem sich die Gäste als der erwartet schwere Gegner herausstellten. Zu Beginn startet die HSG mit einigen technischen Fehlern im Angriff und in der Abwehr waren die Rückraumspielerinnen der TuS kaum zu halten.
Erstes kleines Highlight war ein Tempogenstoß der St. Leon/Reilingerinnen, den Jana Pahl sehenswert zum 2:4 abschloss.
Bereits nach acht Minuten hatte die HSG fünf technische Fehler auf dem Konto. Bis zur Pause summierten sich diese Ballverluste auf 16, während der TuS mit elf Fehlern deutlich stabiler agierte.


Die Begegnung verlief äußerst wechselhaft. Mehrfach kämpfte sich die HSG heran, verpasste jedoch den Ausgleich und geriet anschließend erneut in Rückstand. Beim 8:7 übernahm das Team kurzzeitig die Führung, kassierte danach jedoch vier Gegentreffer in Folge. Nach einem Ballverlust der Gäste bot sich die Chance zum Anschluss, doch die HSG nutzte sie nicht, stattdessen gab es im Gegenzug einen Siebenmeter, der zum 8:11 führte.

Leonie Scholl sorgte für den zehnten HSG-Treffer, gegen eine Abwehr, die über weite Strecken in der ersten Halbzeit kaum zu überwinden war. Die Weinheim-Schützlinge mussten sich jedes Tor hart erarbeiten. In Unterzahl fing sich die HSG zwei weitere Gegentreffer und stand kurz davor, mit sieben Toren Rückstand in die Kabine zu gehen. Doch Samira Schulz verwandelte sicher vom Punkt, und Madeleine Hornstein setzte mit einem schönen Wurf zum 14:19 den Schlusspunkt der ersten Hälfte

 

Nach der Pause zeigte sich die HSG von einer komplett anderen Seite. Nicht nur die Aufstellung mit 4 schnellen Rückraumspielerinnen, sondern auch der Rückhalt von der Bank überzeugte das Publikum. Theresa 

Mit Köhlers Treffer zum 16:19 meldete sich die HSG eindrucksvoll in der zweiten Hälfte zurück, doch Quennetsorgte beim 21:16 rasch wieder für klare Verhältnisse. Schulz (zwei Siebenmeter) und Hornstein von außen brachten ihr Team auf drei Tore heran. Diesen Abstand verteidigte der TuS jedoch konsequent, auch wenn Lisa Haupt, Jana Pahl und Leonie Scholl mit energischen Durchbrüchen immer wieder Akzente setzten.

Vier vergebene Siebenmeter kosteten die HSG wertvolle Treffer, daher stand es nach 43 Minuten weiterhin 22:25. Auch im Tor fehlte die Konstanz: Melina Friedrich und Vanessa Dörr konnten nur phasenweise eingreifen. Friedrich, zu Beginn und in der Schlussphase im Einsatz, parierte zwei Siebenmeter und leitete die Aufholjagd ein. Was die Drittliga-Handballerinnen laut Trainer Daniel Weinheimer besonders auszeichnet, kam auch diesmal zum Tragen: Sie gaben nicht auf. In Überzahl traf Jana Pahl zweimal nach langem Pass ins leere Tor zum 25:27 und 26:27.

 

Friedrich parierte stark im Gegenstoß, Köhler stellte den Ausgleich her, doch die HSG fiel wieder auf 28:30 zurück. Hornstein traf, Nussbaumer blockte, und Scholl glich unter höchstem Druck und trotz doppelter Bewachung aus. Die Schlussphase war reines Nervenflattern: Hornstein und Haupt sorgten 73 Sekunden vor dem Ende für das 32:31, der TuS schlug postwendend zurück. Dann traf Lisa Haupt 16 Sekunden vor Schluss zum 33:32, doch Schutterwaldantwortete acht Sekunden später eiskalt. Der letzte HSG-Angriff blieb ohne Erfolg.

Hornsteins Fazit fiel trotz des verpassten Sieges positiv aus:„In der zweiten Halbzeit haben wir uns deutlich besser präsentiert, mit klareren Aktionen im Angriff. Die Rückraumspielerinnen übernahmen Verantwortung und setzen wichtige Impulse.“ Auch die taktische Umstellung habe Wirkung gezeigt, ergänzte Jana Pahl: „Mit vier Rückraumspielerinnen waren auch Würfe von Rechtsaußen wieder möglich. Eigentlich hätten wir die zwei Punkte holen müssen, aber nach dem Spielverlauf ist das Unentschieden durchaus glücklich.“
Noch Verbesserungsbedarf sieht sie in der Defensive: „Der Abwehrverbund und das Zusammenspiel mit den Torhüterinnen müssen stabiler werden, daran werden wir weiter arbeiten.“

Durch die Punkteteilung bleibt die HSG St. Leon/Reilingen(5:9 Punkte) weiterhin knapp vor dem TuS Schutterwald(3:13), vergrößert aber den Vorsprung auf den HCD Gröbenzell (2:14). Punktgleich mit der SG Schozach-Bottwartal belegt die Mannschaft aktuell Rang zehn. Mit einem Sieg am kommenden Samstag, 15. November, beim TSV Ismaning (7:9) könnte das Team zu Ismaning und dem HC Erlangen (7:7) aufschließen und zugleich den TSV Haunstetten (6:8) überholen. Anwurf ist um 20 Uhr in der Ismaninger Isarena. Ein Fanbus fährt am 15.11 um 13:45 Uhrvom SG Vereinsheim. Fahr mit und unterstütze die Mannschaft lautstark. Anmedlung bei Jana Pahl (Jana@pahl-web.de)
Danach warten bis Jahresende zwei deutlich schwerere Aufgaben: Am Sonntag, 23. November, um 16 Uhr empfängt die HSG Spitzenreiter TSV Wolfschlugen im Harres, ehe es am Samstag, 6. Dezember, um 19 Uhr zum Derby gegen die zweitplatzierten Kurpfalz-Bären in die Ketscher Neurotthallegeht.

HSG: Dörr, Friedrich – N. Weschenfelder, Nussbaumer, Scholl (4), Hofmann (1), Haupt (3), Hornstein (7), Köhler (4), Pahl (7), C. Weschenfelder, Schulz (3/3), Stegmüller, Schieszl, Baumann (1), Rimpf (3)