Schritt in die richtige Richtung

Interview mit Celina Weschenfelder vor dem ersten Spiel des Jahres

Neues Jahr, neues Glück? Wirklich von Fortuna verwöhnt wurden die Drittliga-Handballerinnen der HSG St. Leon/Reilingen in den ersten zehn Spielen der Saison nicht gerade. Im Gegenteil! Nun geht es für die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheimer am Samstag, 10. Januar, 18 Uhr, auf eine knapp dreistündige Fahrt zum TSV Haunstetten in die Augsburger Albert-Loderer-Halle.


Die Partie ist doppelt reizvoll: Zum einen ist das erste 2026er Match der HSG die letzte Vorrundenpartie und der Gastgeber daher in dieser Saison noch nicht gegen Weinheimers Team aufgelaufen, zum anderen steht der TSV mit 6:14 Punkten nur einen Zähler vor den St. Leon/Reilingerinnen und könnte entsprechend überholt werden.


Celina Weschenfelder spricht daher im Interview zum Jahresauftakt auch von einem „Vier-Punkte-Spiel nach der Winterpause“, das „den ersten Schritt in die richtige Richtung“ darstellen soll. Einen Livestream gibt’s auf https://sporteurope.tv/.


Warum bezeichnest Du das Duell am Samstag als ein „Vier-Punkte-Spiel“?
Haunstetten ist quasi Tabellennachbar – zwei Plätze vor uns. Mit einem Sieg können wir nicht nur am TSV vorbeiziehen, sondern auch den Abstand nach oben verringern. Das Rückspiel findet dann zum Saisonabschluss am Samstag, 18. April, in Reilingen statt.


Was ist zu tun, um in Augsburg zu gewinnen?
Einfach den vollen Fokus auf die Partie legen.
Wie habt ihr euch vorbereitet?
Wir hatten seit dem Spiel in Ketsch keine wirkliche Pause und haben uns in den vergangenen Wochen während der Pause immer fitgehalten. Laufen und Krafttraining, damit wir an unserer jüngsten Leistung bestmöglich anknüpfen können.


Was habt ihr euch für Haunstetten vorgenommen?
Wir wollen genauso auftreten wie phasenweise in Ketsch und gegen Wolfsschlugen zu Hause, als wir nur mit viel Pech knapp verloren haben.


Und generell für Augsburg und die Rückrunde?
Wir wollen – mit dem nötigen Entschluss und der Cleverness, die uns zum Teil in der ersten Saisonhälfte gefehlt hat – jetzt den Fokus auf uns richten und erstmal die Punkte vom TSV mit nach Hause nehmen. Die Phase vor der Pause hat uns gezeigt, zu was wir fähig sind, und ich habe den festen Glauben und vollstes Vertrauen in unsere Mannschaft, dass wir im neuen Jahr mit neuem Fokus die entscheidende Konsequenz finden und die Spiele für uns entscheiden können, die wir für den Ligaverbleib gewinnen müssen. ⁠Haunstetten soll der erste Schritt in die richtige Richtung sein.


Was kannst Du selbst dazu beitragen?
Ich möchte die Mannschaft mit allem unterstützen, was ich habe – egal, ob auf dem Spielfeld oder daneben. Wir brauchen die Motivation und Energie jeder einzelnen Spielerin und dabei möchte ich eine zentrale Rolle übernehmen, weil ich weiß, dass ich darin meine Stärke habe. Gleichzeitig gilt mein Fokus auch dem Spiel selbst. Gerade auf der Außenposition, auf der man weniger Aktionen hat, ist es entscheidend, in den wichtigen Momenten voll präsent zu sein. Deshalb konzentriere ich mich besonders darauf, in diesen Situationen die Konzentration zu behalten.

Jetzt schon Drittliga-Termine 2026 vormerken

HSG-Handballerinnen hoffen auf lautstarken Support

Für die Drittliga-Handballerinnen der HSG dürfte es alles andere als leicht werden, die Klasse zu halten. Mit 5:15 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheimer derzeit Tabellenelfter, punktgleich mit dem TuS Schutterwald vor ihr und dem HCD Gröbenzell als Schlusslicht mit nur 2:18 Zählern dahinter. Auf Platz neun steht der TSV Haunstetten mit 6:14 Punkten, davor die SG Schozach-Bottwartal mit 7:11 sowie die SG Kappelwindeck/Steinback, die es auf 9:9 Punkte bringt. Alle liegen durchaus noch in Reichweite.


Der TSV Ismaning und der HC Erlangen (jeweils 11:9 Punkte), die TSG Friesenheim (14:6), der TSV Wolfschlugen und der Sportverein Allensbach (jeweils 15:5) sowie die Kurpfalz-Bären (18:2) sind schon deutlich weiter entfernt.
Entsprechend wichtig sind Punkte – und der Support der HSG-Fans für die Handballerinnen, die in der Vorrunde unter anderem gegen Allensbach sehr positiv überraschten, einige bittere und unnötige Niederlagen hinnehmen mussten, dabei aber ihr enormes Potenzial aufblitzen ließen und es aus eigener Kraft schaffen können, auch 2026/2027 drittklassig spielen zu dürfen. Jede Trommel, jede Kehle und jeder lärmende Körperteil sind entsprechend zu den Spielen der St. Leon/Reilingerinnen willkommen.
Erstmals wieder auf der Platte stehen werden die HSGlerinnen am Samstag, 10. Januar, auswärts: Beim TSV Haunstetten geht es um 18 Uhr los. Obwohl im neuen Jahr ausgetragen, ist es das letzte Vorrundenspiel.


Am Samstag, 17. Januar, folgt ab 19.30 Uhr das erste Rückspiel der Saison. Gastgeber des Weinheimer-Teams ist der Tabellenzweite Sportverein Allensbach, der zum Rundenstart 34:36 im Harres verlor.
Das erste Heimspiel des Jahres 2026 ist auf Sonntag, 25. Januar, terminiert. Ab 16.30 Uhr kommt kein Geringerer als der souveräne Tabellenführer Kurpfalz-Bären aus Ketsch in die Reilinger Mannherz-Halle. Das Hinspiel endete Anfang Dezember 22:29. Direkt eine Woche später läuft die SG Schozach-Bottwartal am Sonntag, 1. Februar, bei der HSG auf. Ab 17 Uhr wollen die Gastgeberinnen in Reilingen die 25:34-Schlappe aus der Vorrunde ausgleichen.
Nochmals ziemlich exakt eine Woche danach müssen die Schützlinge von Daniel Weinheimer wieder reisen – diesmal am Sonntag, 8. Februar, zur SG Kappelwindeck/Steinbach, wo der Anwurf um 15.30 Uhr erfolgen soll. 22:29 hieß es im ersten Spiel der Saison.


Der HC Erlangen, der in der Vorrunde 37:34 bei der HSG gewann, empfängt sie am Sonntag, 22. Februar, um 17 Uhr, bevor die St. Leon/Reilingerinnen selbst wiederum am Sonntag, 1. Februar, 16.30 Uhr, den HCD Gröbenzell in Reilingen begrüßen. An das Hinspiel dürften die HSGlerinnen noch gute Erinnerungen haben, endete es doch 24:22 zu ihren Gunsten…
Selber Wochentag, selbe Zeit, selber Ort, aber eine Woche später: Am 8. März gibt die TSG Friesenheim, derzeit Tabellenvierter und in der ersten Saisonhälfte mit 34:28 gegen die HSG erfolgreich, ihre Visitenkarte ab, bevor St. Leon/Reilingen eine Woche spielfrei hat. Erst am Samstag, 21. März, geht es zum punktgleichen TuS Schutterwald, von dem sich die HSG Anfang November mit 33:33 trennte.


Der auf Rang sechs platzierte TSV Ismaning reist anschließend am Sonntag, 29. März, nach St. Leon. 29:25 gewann er die erste Saisonpartie, Anwurf im Harres ist um 15 Uhr. Mit dem TSV Wolfschlugen empfängt am Sonntag, 12. April, der mit Allensbach punktgleiche Dritte die HSG. Das 30:31 dürfte die bitterste Niederlage der Drittliga-Handballerinnen in der Vorrunde gewesen sein…
Richtig spannend könnte es nochmals am Samstag, 18. April, werden, wenn der TSV Haunstetten – schon erster Gegner des Jahres 2026 – zum Saisonabschluss in die Mannherz-Halle kommt. Immerhin liegt er derzeit nur einen Punkt vor der HSG.

Der Spielplan im Überblick:
Sa., 10. Januar, 18 Uhr: TSV Haunstetten – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 17. Januar, 19.30 Uhr: Sportverein Allensbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 25. Januar, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – Kurpfalz Bären
So., 1. Februar, 17 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – SG Schozach-Bottwartal
So., 8. Februar, 15.30 Uhr: SG Kappelwindeck/Steinbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 22. Februar, 17 Uhr: HC Erlangen – HSG St. Leon/Reilingen
So., 1. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – HCD Gröbenzell
So., 8. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSG Friesenheim
Sa., 21. März, 19.30 Uhr: TuS Schutterwald – HSG St. Leon/Reilingen
So., 29. März, 15 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Ismaning
So., 12. April, 16 Uhr: TSV Wolfschlugen – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 18. April, 18 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Haunstetten

„Nach vier Jahren sind neue Impulse für das Team einfach wichtig.“

Trainer Daniel Weinheimer tritt nach der laufenden Drittliga-Saison zurück

Daniel Weinheimer hört als Trainer des Frauen-Handball-Drittligisten HSG St. Leon/Reilingen auf – allerdings erst nach der laufenden Saison, deren zweite Hälfte am Samstag, 10. Januar, 18 Uhr, mit einem Auswärtsspiel beim TSV Haunstetten beginnt.

„Eine Mannschaft braucht immer wieder neue Reize“, sagt der 42-Jährige zu den Gründen, nach der Spielzeit zurückzutreten. „Man muss sie fordern und herausfordern. Sie braucht auch den internen Wettkampf, um Bestleistungen zu erzielen. Als Trainer kann man das nur bis zu einem gewissen Punkt. Nach vier Jahren mit einem fast unveränderten Kader gehen diese Impulse irgendwann verloren – man kann die Spielerinnen nicht mehr richtig ,kitzeln‘.“
Die HSG habe keinen großen Umbruch erlebt, während dem „junge Spielerinnen von unten nachkamen und die Etablierten herausforderten, und auch nur wenige neue Spielerinnen. Deshalb glaube ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für etwas Neues gekommen ist“, betont Weinheimer. „Nach vier Jahren sind neue Impulse für das Team einfach wichtig.“


2022 begann der gebürtige Landauer als Trainer der HSG II, „weil ich etwas kürzer treten wollte. Ich hatte einen neuen Job angefangen und wollte meine B-Lizenz in Ruhe machen“. Dann kam es jedoch anders: Im Oktober 2022 übernahm Weinheimer nach dem Rücktritt des bisherigen Trainers Armin Merz die Drittliga-Frauenmannschaft des Vereins, die nach fünf Spieltagen noch ohne Sieg in der Tabelle stand. „So wurde aus ,kürzer treten‘ plötzlich Trainer der ersten und zweiten Mannschaft der HSG St. Leon/Reilingen'“, erzählt Weinheimer heute mit einem Schmunzeln.
Selbst hatte er bis dahin beim TV Ottersheim und TV Offenbach gespielt, beim TSV Steinsfurt die weibliche Jugend trainiert und als Spielertrainer bei den Männern agiert. Über den TSV Rot und die Kurpfalz-Bären kam er schließlich zur HSG St. Leon/Reilingen. „Als klar war, dass ich in Ketsch aufhöre, bekam ich ein paar Wochen später den Anruf vom damaligen Vorstand der HSG.“


Nun steht Daniel Weinheimer noch eine halbe Saison bevor, in der es um nichts anderes geht, als die Liga ein weiteres Mal zu halten – wenn möglich nicht auf den letzten Drücker wie in der vergangenen Saison. Wie es danach für ihn weitergeht, weiß der scheidende Trainer noch nicht. „Nein, aktuell gibt es keinen neuen Verein. Wenn sich etwas ergibt, worauf ich Lust habe und das mich reizt, mache ich es. Ich weiß, dass ich es ohne Handball vermutlich nicht lange aushalte – selbst wenn ich jetzt noch denke, dass eine Pause gelegen kommt.“


Dem Vorstand der HSG habe er seine Entscheidung zeitnah mitgeteilt, erzählt Weinheimer. Seine Spielerinnen hätten mit seinem Rücktritt zum Saisonende augenscheinlich nicht gerechnet. „Die Überraschung war ihnen ins Gesicht geschrieben und für einen Moment war es ganz still. Man hat gemerkt, dass die Nachricht bei jeder erst einmal ankommen musste.“


Weinheimer blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Es war eine anstrengende Zeit, jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen, aber auch eine schöne. Ich glaube, die Mädels wussten relativ schnell, wie ich ticke und was ich von ihnen erwarte. Mir war wichtig, dem Team Stabilität, Orientierung und Selbstvertrauen zu geben – gerade in einer sportlich sehr anspruchsvollen 3. Liga und in schwierigen Phasen mit Rückschlägen, Verletzungen und engen Spielen.“


Die eine oder andere Handballerinnen noch ein Stück weiterzubringen, ihnen zu helfen, ein „klareres Selbstverständnis und mehr Fokus zu entwickeln“ und vor allem das Zusammenwachsen des Teams zu fördern, seien ihm wichtig gewesen. „Vor allem aber ist es uns gelungen, als Team Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Dieser Teamgeist hat uns letztlich auch die vergangenen drei Jahre den Klassenerhalt ermöglicht und wird es auch das vierte Jahr tun. Das bedeutet mir persönlich sehr viel“, unterstreicht Weinheimer.


Zum angekündigten Abschied plaudert Daniel Weinheimer aus dem Nähkästchen: „Bei Auswärtsfahrten ist eines immer klar: Wer fürs Essen nach dem Spiel zuständig war, durfte bloß nicht mit vegetarischen Ideen ankommen. Sobald die Worte ,Gemüse‘ oder ,Salat‘ fielen, war die Stimmung im Keller – inklusive skeptischer Blicke und der obligatorischen Frage ,Und wo ist da das Fleisch?’“
Hinzu sei der „Hunger nach Gossip“ gekommen. „Nach jeder Party oder jedem Training wurde nach Neuigkeiten gefragt… Und im Training wusste außerdem jede sofort, was gemeint war, wenn es hieß ,Zieht euch ’nen Latz an!‘ ,Leibchen?‘ Brauchte hier keine – das Wort wurde aus unserem Wortschatz gestrichen.“


Zum Abschluss des Jahres blickt Weinheimer gerne auf die Highlights seiner bisherigen Zeit zurück, nennt aber eigentlich nur einen: „Der Klassenerhalt am letzten Spieltag vergangene Saison vor voller Halle war definitiv einer der tollsten Höhepunkte. Außerdem bleibt mir das starke Teamgefühl und der Zusammenhalt besonders in Erinnerung.“


Der restliche Spielplan im Überblick:
Sa., 10. Januar, 18 Uhr: TSV Haunstetten – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 17. Januar, 19.30 Uhr: Sportverein Allensbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 25. Januar, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – Kurpfalz Bären
So., 1. Februar, 17 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – SG Schozach-Bottwartal
So., 8. Februar, 15.30 Uhr: SG Kappelwindeck/Steinbach – HSG St. Leon/Reilingen
So., 22. Februar, 17 Uhr: HC Erlangen – HSG St. Leon/Reilingen
So., 1. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – HCD Gröbenzell
So., 8. März, 16.30 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSG Friesenheim
Sa., 21. März, 19.30 Uhr: TuS Schutterwald – HSG St. Leon/Reilingen
So., 29. März, 15 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Ismaning
So., 12. April, 16 Uhr: TSV Wolfschlugen – HSG St. Leon/Reilingen
Sa., 18. April, 18 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Haunstetten

www.schwetzinger-zeitung.de

Trainerwechsel im Drittligateam

Daniel Weinheimer hat den Vorstand am Mittwoch, den 26.11., darüber informiert, dass er nach der laufenden Saison seine Tätigkeit beim 3.-Liga-Team der HSG beendet. Der Verein hätte sehr gerne mit ihm verlängert und bedauert diese Entscheidung sehr. Man trennt sich im Guten, ist die Aussage von Vereinsseite und Trainer selbst. Gleichzeitig bedankt sich die HSG herzlich bei ihm für seinen großen Einsatz und die engagierte Arbeit in den letzten vier Jahren. Außerdem wünscht sie Daniel für seine sportliche, sowie private Zukunft nur das Beste. Die Verantwortlichen sind bereits intensiv an der Suche nach einem Nachfolger.

3. Liga Frauen Kurpfalz-Bären – HSG St. Leon/Reilingen

 Potenzial blitzt mehrfach eindrucksvoll auf

HSG verliert in Ketsch dennoch mit 22:29 (13:16)

Eine Partie auf beinahe Augenhöhe gelang den Drittliga-Spielerinnen der HSG St. Leon/Reilingen über weite Strecken bei den Gastgeberinnen aus Ketsch. Was an Potenzial in ihnen steckt, bewiesen zudem die 8:4-Führung bei den Kurpfalz-Bären und einige Lichtblicke, sowie sehenswerte Tore.

Die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheimer überstand unter anderem in der ersten Halbzeit eine doppelte Unterzahlsituation mit nur einem Gegentreffer, hielt ihre Fehlerquote niedriger als der Tabellenführer und hatte mit Melina Friedrich eine Torhüterin, die ihr Team mit sieben Paraden in der ersten und weiteren sechs in der zweiten Spielhälfte einigermaßen im Rennen hielt. Der erspielte Vier-Tore-Vorsprung nach rund 13 Minuten schmolz im Anschluss innerhalb von acht Minuten auf ein 10:10 Unentschieden, was unter anderem daran lag, dass es die HSGlerinnen schwer hatten, den Kreis der Bären überhaupt zu erreichen und sie sich nach der starken Anfangsphase mehr und mehr Fehlwürfe, ungenaue Pässe und den ein oder anderen überhasteten Abschluss leisteten. Nach dem exzellenten Anspiel von Samira Schulz auf Annika Rimpf, gingen die Gäste das letzte Mal mit 11:10 in Führung, verloren bis zur Halbzeit aber weiter an Boden und gingen mit 13:16 in die Kabine. Kurios dabei: Da die gerade neu eingeweihte Anzeigetafel in der Ketscher Neurotthalle streikte und entsprechend keine Uhr zur Verfügung stand, pfiff das Schiedsrichtergespann den letzten Angriff der HSG kurz vor dem Wurf ab.

In der zweiten Halbzeit stieg die Anzahl der technischen Fehler auf Seiten der HSG an. Die Gäste kamen zunächst nicht näher an die Ketscherinnen heran. Sie nutzten eine Überzahl nicht, verkürzten nochmals auf 18:21, scheiterten danach allerdings fünfmal in Folge an der überragenden Bären-Torfrau Leonie Moormann. Zehn Minuten vor Ende der Begegnung stand es 19:26 und die Partie war praktisch gelaufen. Bezeichnend in der Schlussminute war erneut der Abpfiff des Spiels nur sekundenbruchteile vor dem letzten Wurf der HSG, da keine der Spielerinnen einen direkten Blick zur noch verbleibenden Spielzeit hatte. Das Spiel endete mit einigen fragwürdigen Problemen seitens der Technik mit einem 22:29. Ebenfalls die im Anschluss aufgeführte Torverteilung ist aufgrund technischer Probleme nicht korrekt.

HSG: Friedrich, Dörr, Lang – N. Weschenfelder (5), Nussbaumer (1), Scholl (1), Hofmann, Haupt (1), Hornstein (2), Pahl, C. Weschenfelder (1), Schulz (4), Schieszl,Baumann, Rimpf (7/4)

„Das wird ein Alles-oder-nichts-Spiel“

Interview mit Jana Pahl vor dem Spiel am 6. Dezember bei den Bären

Am Samstag, 6. Dezember, geht es ab 19 Uhr sicherlich um mehr als nur zwei Punkte, gastieren die Drittliga-Handballerinnen der HSG doch bei den Kurpfalz-Bären in der Ketscher Neurotthalle. Die Spielerinnen kennen sich, die Trainer kennen sich, die Spielerinnen kennen die Trainer… Es geht um die Ehre und St. Leon/Reilingen als krasser Außenseiter darum, den Bären vor ihrem Winterschlag ein wenig Puls zu besorgen.
Jana Pahl, unsere Nummer 18 und beim bitteren 30:31 gegen den TSV Wolfschlugen zuletzt viermal erfolgreich, bezeichnet die Partie in Ketsch im Interview als ein „besonderes Spiel“…
Wie sind die Rollen am 6. Dezember verteilt?

Es ist ein besonderes Spiel, es geht für uns um alles oder nichts. Ketsch ist aber ganz klar in der Favoritenrolle.
Warum das?
Sie haben viele erfahrene Spielerinnen mit gutem Entscheidungsverhalten, vor allem im Rückraum, eine absolute Überbesetzung im Tor mit zwei Topspielerinnen, die auch in der 2. Bundesliga in jedem Team spielen könnten, und eine aggressive Abwehr.

Wo liegen die Schwächen von Ketsch?
Ketsch spielt über Einzelleistungen und wenig als Mannschaft. Das macht die Bären zwar nicht unbedingt schwächer, weil sie als Einzelspielerinnen alle sehr gut ausgebildet sind, ist für uns aber ein Vorteil. Zudem muss man sagen, dass die RA-Position spielerisch am schwächsten besetzt ist und sie aktuell auch ohne Linkshänderin spielen. Da haben wir zumindest einen kleinen Vorteil.

Wie schätzt Du unsere Chancen ein?
Es ist ein Derby, also ist alles möglich!
Blickst Du eher optimistisch oder pessimistisch voraus?
Ich freue mich auf das Spiel und die Atmosphäre, selbst im Testspiel war die Stimmung schon top. Und dann müssen wir an unserer Leistung anknüpfen, auch wenn es ein absolut anderes Spiel werden wird als in der Vorbereitung.

Gibt es eine Bärin, auf die ihr besonderes Augenmerk legen müsst?
Über eine Position lässt sich in Ketsch definitiv nicht streiten. Mit Johanna Wiethoff und Leonie Moormann stellt Ketsch mit Abstand das beste Torhüter-Duo der Liga. Auf dem Feld finde ich es schwer, einzelne Spielerinnen herauszuheben, da wir auch in den vergangenen Partien immer wieder gemerkt haben, dass jede Spielerin einen Vergleich entweder entscheiden oder eine untergeordnete Rolle spielen kann.

Was möchtest Du im Vergleich zu den vergangenen Spielen nun in Ketsch besser oder zumindest gleich gut machen?
Definitiv mehr Aggressivität in der Abwehr und Ruhe im Angriff. Diese Runde spiele ich selbst sehr unkonstant und habe auch einige Auftritte, bei denen ich mit meiner Spielleitung absolut nicht zufrieden bin. Das war vergangenes Mal wieder besser, aber auch da ist deutlich Luft nach oben. Am Ende ist es mir aber absolut egal, wie ich selbst spiele. Wenn wir am Ende ein kleines „Weihnachtswunder“ schaffen, ist meine Leistung für mich selbst zweitrangig. Ich freue mich wirklich sehr auf dieses Spiel, hoffe auf eine volle Halle auf beiden Seiten und auch auf das Aufeinandertreffen mit vielen bekannten Gesichtern. Das macht doch unseren Sport aus!

3. Handball-Liga Frauen Kurpfalz Bären – HSG St. Leon/Reilingen, Vorbericht

Die denkbar schwerste Aufgabe

HSG gastiert am 6. Dezember bei den Ketscher Bären

Die Drittliga-Handballerinnen der HSG St. Leon/Reilingen treten ihr letztes Spiel in diesem Jahr bei den Kurpfalz-Bären in Ketsch an. HSGlerin Nicola Baumann, die im vergangenen Spiel gegen den Drittplatzierten TSV Wolfschlugen mit neun Treffern erfolgreichste Werferin der Partie war, sagte im Nachzug: “Ich finde, wir haben als Mannschaft das ganze Spiel über gekämpft und genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, doch am Ende haben wir unglücklich den Sieg vergeben und sogar noch ein Tor kassiert – ein Erfolg wäre absolut verdient gewesen“.

Punkte würden St. Leon/Reilingen in der Tat guttun, denn im Tabellenkeller ist alles ziemlich nah beieinander. Gröbenzell steht mit 2:18 als Schlusslicht da, Schutterwald (5:15) und die HSG mit 5:13 Punkten direkt davor. Der TSV Haunstetten (6:12) und Schozach-Bottwartal (7:11) sind noch in Reichweite, Kappelwindeck/Steinbach und Erlangen (9:9) haben sich bereits etwas abgesetzt.

Doch schwerer könnte die letzte Aufgabe im Jahr 2025 für die HSG kaum werden: Am Samstagabend, 6. Dezember, 19 Uhr startet die Partie in der Neurotthalle in Ketsch. Es ist ein echtes Nachbarschaftsduell, obwohl die Gastgeberinnen laut Tabelle nicht weiter von der HSG entfernt sein könnten. Die Kurpfalz-Bären sind nach ihrem Zehn-Tore-Sieg bei Wolfschlugen mittlerweile mit 16:2 Punkten der aktuelle Tabellenführer. Ketsch sei ganz klar Favorit, betont Jana Pahl. Zählbares lag vor zwei Wochen zum Greifen nahe: “Das Spielkonzept ist auf jeden Fall aufgegangen, sowohl die 4:2 wie auch die 5:1 Deckung – aber am Ende hatten wir einfach Pech, der potenziell entscheidende Wurf vorne geht nicht rein und wir bekommen hinten wieder so ein unglückliches Ding“, schaut sie auf das 30:31 zurück. „Das ist frustrierend, vor allem, wenn man so eine Leistung über fast 50 Minuten zeigt. Ich finde, das war mit Abstand eines unserer besten und konstantesten Spiele in der bisherigen Saison.“

Umso mehr wird die Unterstützung der Fans am kommenden Spieltag benötigt.

Keine Chance gegen Wolfschlugen?

Drittliga-Frauen empfangen Tabellenzweiten im Harres

Wolfschlugen, Tabellenführer, 12:2 Punkte. Und dann kamen die Kurpfalz-Bären…
Am vergangenen Wochenende überrannten die Ketscherinnen den TSV beim 28:18 nach einer fast ausgeglichenen ersten Halbzeit geradezu und holten die Handballerinnen aus dem Landkreis Esslingen von Platz eins. Fast jede Bären-Feldspielerin traf dabei, während die zuvor durchschnittlich 33,4-mal erfolgreichen Gastgeberinnen bei mageren 18 Treffern gehalten wurden.
Nun gastiert die Mannschaft von Trainer Simon Hablizel sicherlich entsprechend gefrustet bei der HSG St. Leon/Reilingen im St. Leoner Harres – mit dem Wissen, am Sonntag, 23. November, ab 16 Uhr nicht nochmals verlieren zu dürfen, um den Kontakt zu den Bären nicht zu verlieren.
Auf der anderen Seite steht das HSG-Team von Cheftrainer Daniel Weinheimer zwar unter dem Druck, gegen den drohenden Abstieg punkten zu müssen – aber nicht unbedingt gegen eine Mannschaft, die „definitiv um die Meisterschaft mitspielen“ werde, wie Madeleine Hornstein betont. „Wir können frei aufspielen, wir haben nichts zu verlieren und von uns erwartet niemand einen Sieg“, betont sie.
Zuletzt hatte die HSG beim 33:33 gegen Schutterwald einen möglichen Sieg noch vergeben und anschließend 25:29 beim TSV Ismaning verloren. Wolfschlugen war mit einem 29:35 in Erlangen schlecht in die Saison gestartet, hatte danach aber sechsmal in Folge gewonnen, fünfmal davon mit fünf bis 13 Toren Unterschied. Das Zehn-Tore-Debakel gegen Ketsch – ein böser Ausrutscher.
Laura Aurenz (#4), Maike Wohnus (#14) und Siebenmeter-Spezialistin Franziska Kaupp (#77) sind für Wolfschlugen oftmals erfolgreich, aber auch auf Antonia Amann (#19) muss die HSG ein Auge haben, sollte sie spielen.
Bei einer HSG-Niederlage und einem Unentschieden oder Erfolg Schutterwalds in Erlangen würde St. Leon/Reilingen auf Platz elf abrutschen, hat allerdings eine Partie weniger ausgetragen als Schutterwald. Ein Punktgewinn oder sogar Sieg würde den Abstand auf den TuS und Schlusslicht HCD Gröbenzell hingegen etwas vergrößern und eine entspanntere Weihnachtspause sorgen. Lautstarke Unterstützung im Harres ist also willkommen.

„Wir können frei aufspielen“

Interview vor dem Heimspiel gegen Wolfschlugen: Madeleine Hornstein

Madeleine Hornstein ist für viele Tore gut, aber vor allem für die sehenswerten… Nun steht unsere Nummer 14 mit den HSG-Drittliga-Handballerinnen an diesem Sonntag, 23. November, 16 Uhr, im St. Leoner Harres vor einer hohen Hürde: dem TSV Wolfschlugen, seines Zeichens Tabellenzweiter.
Was sie über den TSV denkt, wen die HSG im Blick behalten sollte und was sie selbst eventuell gegen den Meisterschaftskandidaten ausrichten kann, verrät sie nun im Interview.

Was denkst Du über Wolfschlugen?
Sie haben erst zwei Saisonspiele verloren, was für ihre Qualität spricht. Allerdings am Wochenende zuletzt deutlich mit zehn Toren Unterschied gegen Ketsch, was so wohl niemand erwartet hätte.

Augen auf when?
Maike Wohnu, die Torschützenkönigin der 3. Liga aus der vergangenen Saison. Allerdings haben sie ihren Kader dieses Jahr noch einmal verstärkt und werden definitiv um die Meisterschaft mitspielen.

Also keine Chance gegen Wolfschlugen?
Wir können frei aufspielen, wir haben nichts zu verlieren und von uns erwartet niemand einen Sieg. Erfahrungsgemäß tritt man gegen solche Teams auch immer besser auf als gegen welche aus der hinteren Tabellenhälfte.

Was hast Du Dir selbst für Wolfschlugen vorgenommen? Wie kannst Du der Mannschaft helfen?
Ich möchte zu einem Sieg mit Kontertoren und einer sicheren Abschlussquote von Rechtsaußen beitragen, da dies wohl beides meine Stärken sind. In der Abwehr möchte ich meinen Halbspielern helfen und den Abwehrverbund vervollständigen.

Was müsst ihr als Mannschaft generell noch besser machen?
Wir müssen es mal schaffen, über 60 Minuten das Handballniveau der 3. Liga zu halten und nicht nur über eine Halbzeit oder höchstens 45 Minuten. Die Abwehr muss mehr im Verbund agieren, die technischen Fehler müssen deutlich reduziert werden und aus unseren freien Chancen vor dem Tor müssen wir mehr Kapital schlagen.

Wo siehst Du bei Dir Verbesserungsbedarf im Vergleich zum Ismaning-Spiel?
Ich habe gegen Ismaning wohl mein bisher schlechtestes Spiel der Saison gemacht und auch erheblichen Teil zur Niederlage beigetragen. Gegen Wolfschlugen möchte ich wieder eine mindestens 80-prozentige Trefferquote erreichen und nicht so viele freie Chancen liegen lassen.

3. Liga Frauen TSV Ismaning – HSG St. Leon/Reilingen

St. Leon/Reilingen verliert beim TSV Ismaning

Harte 25:29 (11:16) – Niederlage für die HSG

Die Drittliga-Handballerinnen der HSG St. Leon/Reilingen haben ihr Spiel am vergangenen Wochenende unglücklich mit 25:29 verloren. 

Wie die Woche zuvor gerieten die HSGlerinnen zu Beginn der Partie schnell in Rückstand. Über die Spielstände 2:2, 2:5 und schließlich ein 3:9 fielen die St. Leon/Reilingerinnen bereits nach zwölf Minuten deutlich zurück. Eigene Ansätze wurden von den Gastgeberinnen direkt gekontert und somit lag Ismaning zur Halbzeit komfortabel mit 16:11 vorne.

Nach dem Seitenwechsel drehte der TSV weiter auf und baute seinen Vorsprung auf zehn Tore zum Stand von 13:23 in der 39. Spielminute aus. Das Team um Daniel Weinheimer rappelte sich auf und durch die Einwechslung von Theresa Köhler, welche auch letzte Woche die Begegnung zum Positiven wenden konnte, fand mehr Spielfluss statt. Auch die Absprache zwischen Abwehr und der im Tor neu eingewechselten Emily Lang funktionierte viel besser. Doch einen Zehn-Tore-Rückstand aufzuholen kostet enorm viel Kraft und so musste sich die HSG am Ende mit einer Niederlage geschlagen geben. 

Für das verbleibende Restprogramm stehen noch zwei Mammutaufgaben an. Nächstes Wochenende, Sonntag 23. November, 16 Uhr, ist der derzeit Tabellenzweite TSV Wolfschlugen, der gerade seine Tabellenführung gegen die Kurpfalz-Bären aus Ketsch mit 18:28 eingebüßt hat, zu Gast im Harres in St. Leon. Das letzte Spiel des Jahres bestreiten die HSG-Frauen dann beim aktuellen Tabellenführer aus Ketsch. Die Partie wird am Samstag, 6. Dezember, 19 Uhr in der Neurotthalle in Ketsch angepfiffen.

HSG: Friedrich, Dörr, Lang, N. Weschenfelder, Nussbaumer(2), Scholl (3), Hofmann, Haupt (4), Hornstein (3), Köhler (2), Pahl (1), C. Weschenfelder (1), Schulz (1), Schieszl, Baumann (1), Rimpf (6/7)