Alles auf Null bei der HSG

Regionalliga Frauen: Frank Gerbershagen bringt neue Energie nach St. Leon/Reilingen – „Zeichen für die Zukunft stehen positiv“

St. Leon/Reilingen. Nach sechs Jahren in der 3. Liga kehrt die HSG St. Leon/Reilingen in die Frauen-Regionalliga zurück. Der Abstieg brachte zahlreiche Änderungen mit sich. Neben vielen neuen Spielerinnen haben sechs jungen Akteurinnen dem Klub die Treue gehalten und mit Frank Gerbershagen hat ein neuer Cheftrainer bei der HSG angeheuert. Was dieseAufgabe für ihn so spannend macht und was er sich alles erhofft, erklärt er im Interview.

Herr Gerbershagen, willkommen zurück im Rhein-Neckar-Raum. Wie sehr freuen Sie sich wieder „im Lande“ zu sein?
Frank Gerbershagen: Ich freue mich sehr wieder im Rhein-Neckar-Raum tätig zu sein. Schließlich war ich nach meiner langen Tätigkeit in Wiesloch schon etwas heimisch in der Region geworden. Nun darf ich bei neuem Verein ein weiteres Kapitel aufschlagen. Als langjähriger Trainer in Wiesloch kennen Sie sich bestens aus im Frauenhandball.

Bei St.Leon/Reilingen übernehmen Sie eine runderneuerte Mannschaft. Wie viel Aufbauarbeitmussten Sie hier nach dem Drittliga-Abstieg leisten?
Es gab einen Neustart im Team, viele der Stammkräfte sind gegangen oder haben aufgehört. Es kamen viele neue unerfahrene junge Spielerinnen dazu. Die Mannschaft lagnach dem Abstieg zunächst am Boden. Jedoch spürte ich ab dem ersten Trainingstag, dass alles steht auf Null steht und jeder Lust auf die neue Runde hat.

Ihre Mannschaft ist folglich so gut wie runderneuert. Worin bestehen darin Schwierigkeiten, oder auch Chancen?
Die Schwierigkeiten bestanden darin das Zusammenspiel der neuformierten Truppe zu fördern und in Einklang zu bringen. Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten fand das Team immer mehr zueinander. Es ist ein Neuanfang, mit einem sehr jungen Kader, da kann man noch sehr viel herausholen und für die Zukunft stehen die Zeichen sehr positiv.

Wie sehen die Erwartungen für 2026/27 aus. Direkter Wiederaufstieg, oder erstmal einmal defensivere Ziele?
In dieser sehr starken Regionalliga wäre es sehr vermessen von Wiederaufstieg zu sprechen. Gerade auch, wenn man in sich solch einer schwierigen Situation nach einem Abstieg wie wir uns befinden. Wir wollen so schnell wie möglich die Klasse sichern.

Gibt es bestimmte Erkenntnisse die Sie aus der Vorbereitungsphase mitnehmen konnten?
Es klappt zwar noch nicht alles wie ich es gerne hätte, aber die Mannschaft ist gierig, hat Spaß und vor allem vom ersten Tag an einen tollen Teamspirit. Es haben viele Spielerinnenin den letzten Wochen ein großen Schritt nach vorne gemacht. Aber man darf nicht vergessen – es ist ein neues Team und man braucht am Anfang noch etwas Geduld. Eines ist auch klar, mit jedem Sieg wird das Selbstvertrauen steigen und wir haben trotz eines dünnen Kaders eine entwicklungsfähige Mannschaft. Wie die Vorbereitung zeigte, fehlt uns leider noch etwas die Konstanz.

Welche Art von Handball wünschen Sie sich von Ihrer Mannschaft?
Ich stehe für Disziplin und aggressive sowie flexible Abwehrarbeit, die ein gewisses Potenzial an Fitness voraussetzt. Ich wünsche mir von meinem Team nach einer guten Abwehrarbeit einen schnellen, variablen und attraktivem Angriffs-Handball der mit viel Spaß, Mut und Leidenschaft in jedes Spiel transportiert wird.

Wie haben Sie das Team hinter dem Team aufgestellt? Wer ist/sind Ihre Co-Trainer und welche Spielerinnen gehören zu den Führungsspielerinnen?
Ein Co-Trainer/in ist noch im Anflug. Als Torwarttrainer ist wie in der vergangenen Saison Günther Gottseelig dem Team treu geblieben, der mir ab und zu mit wertvollen Tipps über gewisse Abläufe im Training und Verein zur Hand geht. Von Vereinsseite aus sind meine Ansprechpartner Tina Kappeler und Marc Schmidt. Als Führungsspielerin will ich bewusst keine Spielerin vom Team herausheben, weil jeder der zu dieser Mannschaft gehört, eine wichtige Rolle erfüllen soll.

Am Samstag kommt es in Leinfelden-Echterdingen bereits zum zweiten Ligaspiel. Wie gehen sie dieses an nach der Auftaktniederlage in Schmiden/Oeffingen?
Wir haben uns achtbar beim Titelkandidaten Schmiden aus der Affäre gezogen. Nach derAnfangsnervosität zeigten wir, dass wir auch gegen die Spitzenteams mithalten können. Ichhabe viele positive Dinge gesehen und an den anderen Sachen werden wir in den nächstenEinheiten die Stellschrauben drehen, um dann beim nächsten Auswärtsspiel in Leinfelden-Echterdingen wieder einen Schritt nach vorne zu machen

Bericht: Rhein Neckar Zeitung

Datum: 17.09.2026