Melina Friedrich überzeugt beim 24:24 gegen Eulen im Tor
Dank Lena Nussbaumers Treffer nach exakt 60 Minuten hat die HSG St. Leon/Reilingen im Abstiegskampf der 3. Handball-Liga der Frauen den nächsten wichtigen Punkt eingefahren. Mit der Schlusssirene verwandelte die Kreisläuferin, die phasenweise auch als Links Außen agierte, einen Abpraller zum mehr als verdienten 24:24 (13:10) gegen den favorisierten Tabellenvierten TSG Friesenheim.
In der Tabelle bleibt die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheimer an der Konkurrenz dran. Ein Zähler beträgt der Rückstand auf den TSV Haunstetten auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Jedoch hat die HSG eine Partie mehr absolviert.
In einer von der TSG temporeich geführten Anfangsphase war St. Leon/Reilingen vor 150 Zuschauern in der Fritz-Mannherz-Halle darum bemüht, das Spiel hin und wieder zu verlangsamen. Schon gegen den Spitzenreiter Ketsch hatten die Eulen-Frauen vor einer Woche immer wieder aufs Gas gedrückt – und am Ende die Punkte bei sich behalten (wir berichteten).
„Das Tempospiel haben wir wirklich gut unterbunden, sind vorne über weite Strecken konsequent ins Eins-gegen-eins gegangen und haben den Ball laufen lassen, bis wir gute Chancen hatten“, lobte auch Torhüterin Melina Friedrich, die mit 21 Paraden glänzte. „Die Abwehr war zudem so aggressiv, dass sich die Eulen schwer getan haben.“
Die Gastgeberinnen machten ihre Sache indes mehr als ordentlich – vor allem Friedrich zwischen den Pfosten half ihrer Mannschaft – „Ihr muss man ein besonderes Kompliment machen, sie hat ein fantastisches Spiel gemacht“, lobte Nussbaumer und Jana Pahl ergänzte, Friedrich habe eine „konstant starke Torhüterleistung abgerufen, die sie auch in wichtigen Phasen zu einem Rückhalt gemacht hat“.
Madeleine Hornstein vergab vor der Pause jedoch die Chance, den Vorsprung auf 13:8 weiter auszubauen. Das wurde bestraft, denn nach einer Auszeit von Weinheimer während einer eigentlich starken Phase seiner Spielerinnen verkürzten die Ludwigshafenerinnen auf 10:12.
Mit einer umgestellten Defensive nahmen die Gäste den Schwung mit in die zweite Halbzeit (15:15/37.). In der Endphase spitzte sich die Partie nochmals zu. Anstatt auf 24:22 zu stellen, geriet die HSG mit 23:24 in Rückstand. Zweimal noch hatten die Gäste die Chance, den Vorsprung auf zwei Tore zu erhöhen, doch Friedrich hielt ihre Mannschaft in der Partie – auch bei noch 35 Sekunden verbleibender Spielzeit, als die HSG den Ball ein letztes Mal erhielt, da ihre Torfrau erneut gehalten hatte. Nussbaumer rettete schließlich zumindest einen Zähler.
„Wir haben ein starkes Spiel gemacht, standen gut in der Abwehr, haben uns dadurch viele Bälle erkämpft und konnten im Angriff punkten“, bilanzierte Nussbaumer. Allerdings habe die HSG dies nicht über die gesamten 60 Minuten hinweg durchgehalten. Durch einige kleinere Einbrüche habe die TSG den Kontakt gehalten und „ab der 50. Minute hatten wir doch einige Probleme“, ergänzte Nicola Baumann. Die Mannschaft habe sich jedoch in keiner Sekunde der Partie aufgegeben. „Wir haben an uns geglaubt.“
Das Remis wurde von der HSG wie ein Sieg bejubelt und könnte im Kampf um den Klassenerhalt tatsächlich noch immens wichtig werden. Weiter geht es für die St. Leon/Reilingerinnen nun am Samstag, 21. März, 19.30 Uhr, beim TuS Schutterwald. Das Hinspiel endete 33:33, die Gastgeberinnen stehen mit 11:23 Punkten in direkter Reichweite der HSG. Eine erneute Chance für das Team von Daniel Weinheimer.
HSG: Friedrich, Dörr, Lang – N. Weschenfelder (2), Nussbaumer (1), Scholl (7), Hofmann (2), Haupt (1), Hornstein (2), C. Weschenfelder, Schulz (4/1), Stegmüller, Schieszl (1), Baumann (3), Rimpf (1/1).
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