Interview mit Jana Pahl vor dem Spiel am 6. Dezember bei den Bären
Am Samstag, 6. Dezember, geht es ab 19 Uhr sicherlich um mehr als nur zwei Punkte, gastieren die Drittliga-Handballerinnen der HSG doch bei den Kurpfalz-Bären in der Ketscher Neurotthalle. Die Spielerinnen kennen sich, die Trainer kennen sich, die Spielerinnen kennen die Trainer… Es geht um die Ehre und St. Leon/Reilingen als krasser Außenseiter darum, den Bären vor ihrem Winterschlag ein wenig Puls zu besorgen.
Jana Pahl, unsere Nummer 18 und beim bitteren 30:31 gegen den TSV Wolfschlugen zuletzt viermal erfolgreich, bezeichnet die Partie in Ketsch im Interview als ein „besonderes Spiel“…
Wie sind die Rollen am 6. Dezember verteilt?
Es ist ein besonderes Spiel, es geht für uns um alles oder nichts. Ketsch ist aber ganz klar in der Favoritenrolle.
Warum das?
Sie haben viele erfahrene Spielerinnen mit gutem Entscheidungsverhalten, vor allem im Rückraum, eine absolute Überbesetzung im Tor mit zwei Topspielerinnen, die auch in der 2. Bundesliga in jedem Team spielen könnten, und eine aggressive Abwehr.
Wo liegen die Schwächen von Ketsch?
Ketsch spielt über Einzelleistungen und wenig als Mannschaft. Das macht die Bären zwar nicht unbedingt schwächer, weil sie als Einzelspielerinnen alle sehr gut ausgebildet sind, ist für uns aber ein Vorteil. Zudem muss man sagen, dass die RA-Position spielerisch am schwächsten besetzt ist und sie aktuell auch ohne Linkshänderin spielen. Da haben wir zumindest einen kleinen Vorteil.
Wie schätzt Du unsere Chancen ein?
Es ist ein Derby, also ist alles möglich!
Blickst Du eher optimistisch oder pessimistisch voraus?
Ich freue mich auf das Spiel und die Atmosphäre, selbst im Testspiel war die Stimmung schon top. Und dann müssen wir an unserer Leistung anknüpfen, auch wenn es ein absolut anderes Spiel werden wird als in der Vorbereitung.
Gibt es eine Bärin, auf die ihr besonderes Augenmerk legen müsst?
Über eine Position lässt sich in Ketsch definitiv nicht streiten. Mit Johanna Wiethoff und Leonie Moormann stellt Ketsch mit Abstand das beste Torhüter-Duo der Liga. Auf dem Feld finde ich es schwer, einzelne Spielerinnen herauszuheben, da wir auch in den vergangenen Partien immer wieder gemerkt haben, dass jede Spielerin einen Vergleich entweder entscheiden oder eine untergeordnete Rolle spielen kann.
Was möchtest Du im Vergleich zu den vergangenen Spielen nun in Ketsch besser oder zumindest gleich gut machen?
Definitiv mehr Aggressivität in der Abwehr und Ruhe im Angriff. Diese Runde spiele ich selbst sehr unkonstant und habe auch einige Auftritte, bei denen ich mit meiner Spielleitung absolut nicht zufrieden bin. Das war vergangenes Mal wieder besser, aber auch da ist deutlich Luft nach oben. Am Ende ist es mir aber absolut egal, wie ich selbst spiele. Wenn wir am Ende ein kleines „Weihnachtswunder“ schaffen, ist meine Leistung für mich selbst zweitrangig. Ich freue mich wirklich sehr auf dieses Spiel, hoffe auf eine volle Halle auf beiden Seiten und auch auf das Aufeinandertreffen mit vielen bekannten Gesichtern. Das macht doch unseren Sport aus!

