Schutterwald feierte den Punktgewinn, während die HSG-Spielerinnen enttäuscht wirkten. Dabei mussten sie das gar nicht sein: Nach einer schwachen ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft von Trainer Daniel Weinheim eine deutliche Leistungssteigerung und erkämpfte sich gegen den Tabellennachbarn TuS Schutterwald ein 33:33-Unentschieden. Zur Pause hatte die HSG noch mit 14:19 zurückgelegen.
„Alles in allem ist das Unentschieden verdient, wenn man beide Halbzeiten“, meinte Madeleine Hornstein, die gemeinsam mit Jana Pahl beste HSG-Werferin mit sieben Treffern war. „Wir haben das Spiel definitiv in der ersten Halbzeit verloren. Wir hatten lange Zeit keinen Zugang, der Abwehrverbund war nicht vorhanden, wir bekamen Quennet nicht in den Griff, bekamen einfache Gegentor. Und vorne waren unsere eigenen Aktionen zu halbherzig.“
Das 1:3 von Annika Rimpf war der erste HSG-Treffer im Harres, in dem sich die Gäste als der erwartet schwere Gegner herausstellten. Zu Beginn startet die HSG mit einigen technischen Fehlern im Angriff und in der Abwehr waren die Rückraumspielerinnen der TuS kaum zu halten.
Erstes kleines Highlight war ein Tempogenstoß der St. Leon/Reilingerinnen, den Jana Pahl sehenswert zum 2:4 abschloss.
Bereits nach acht Minuten hatte die HSG fünf technische Fehler auf dem Konto. Bis zur Pause summierten sich diese Ballverluste auf 16, während der TuS mit elf Fehlern deutlich stabiler agierte.
Die Begegnung verlief äußerst wechselhaft. Mehrfach kämpfte sich die HSG heran, verpasste jedoch den Ausgleich und geriet anschließend erneut in Rückstand. Beim 8:7 übernahm das Team kurzzeitig die Führung, kassierte danach jedoch vier Gegentreffer in Folge. Nach einem Ballverlust der Gäste bot sich die Chance zum Anschluss, doch die HSG nutzte sie nicht, stattdessen gab es im Gegenzug einen Siebenmeter, der zum 8:11 führte.
Leonie Scholl sorgte für den zehnten HSG-Treffer, gegen eine Abwehr, die über weite Strecken in der ersten Halbzeit kaum zu überwinden war. Die Weinheim-Schützlinge mussten sich jedes Tor hart erarbeiten. In Unterzahl fing sich die HSG zwei weitere Gegentreffer und stand kurz davor, mit sieben Toren Rückstand in die Kabine zu gehen. Doch Samira Schulz verwandelte sicher vom Punkt, und Madeleine Hornstein setzte mit einem schönen Wurf zum 14:19 den Schlusspunkt der ersten Hälfte
Nach der Pause zeigte sich die HSG von einer komplett anderen Seite. Nicht nur die Aufstellung mit 4 schnellen Rückraumspielerinnen, sondern auch der Rückhalt von der Bank überzeugte das Publikum. Theresa
Mit Köhlers Treffer zum 16:19 meldete sich die HSG eindrucksvoll in der zweiten Hälfte zurück, doch Quennetsorgte beim 21:16 rasch wieder für klare Verhältnisse. Schulz (zwei Siebenmeter) und Hornstein von außen brachten ihr Team auf drei Tore heran. Diesen Abstand verteidigte der TuS jedoch konsequent, auch wenn Lisa Haupt, Jana Pahl und Leonie Scholl mit energischen Durchbrüchen immer wieder Akzente setzten.
Vier vergebene Siebenmeter kosteten die HSG wertvolle Treffer, daher stand es nach 43 Minuten weiterhin 22:25. Auch im Tor fehlte die Konstanz: Melina Friedrich und Vanessa Dörr konnten nur phasenweise eingreifen. Friedrich, zu Beginn und in der Schlussphase im Einsatz, parierte zwei Siebenmeter und leitete die Aufholjagd ein. Was die Drittliga-Handballerinnen laut Trainer Daniel Weinheimer besonders auszeichnet, kam auch diesmal zum Tragen: Sie gaben nicht auf. In Überzahl traf Jana Pahl zweimal nach langem Pass ins leere Tor zum 25:27 und 26:27.
Friedrich parierte stark im Gegenstoß, Köhler stellte den Ausgleich her, doch die HSG fiel wieder auf 28:30 zurück. Hornstein traf, Nussbaumer blockte, und Scholl glich unter höchstem Druck und trotz doppelter Bewachung aus. Die Schlussphase war reines Nervenflattern: Hornstein und Haupt sorgten 73 Sekunden vor dem Ende für das 32:31, der TuS schlug postwendend zurück. Dann traf Lisa Haupt 16 Sekunden vor Schluss zum 33:32, doch Schutterwaldantwortete acht Sekunden später eiskalt. Der letzte HSG-Angriff blieb ohne Erfolg.
Hornsteins Fazit fiel trotz des verpassten Sieges positiv aus:„In der zweiten Halbzeit haben wir uns deutlich besser präsentiert, mit klareren Aktionen im Angriff. Die Rückraumspielerinnen übernahmen Verantwortung und setzen wichtige Impulse.“ Auch die taktische Umstellung habe Wirkung gezeigt, ergänzte Jana Pahl: „Mit vier Rückraumspielerinnen waren auch Würfe von Rechtsaußen wieder möglich. Eigentlich hätten wir die zwei Punkte holen müssen, aber nach dem Spielverlauf ist das Unentschieden durchaus glücklich.“
Noch Verbesserungsbedarf sieht sie in der Defensive: „Der Abwehrverbund und das Zusammenspiel mit den Torhüterinnen müssen stabiler werden, daran werden wir weiter arbeiten.“
Durch die Punkteteilung bleibt die HSG St. Leon/Reilingen(5:9 Punkte) weiterhin knapp vor dem TuS Schutterwald(3:13), vergrößert aber den Vorsprung auf den HCD Gröbenzell (2:14). Punktgleich mit der SG Schozach-Bottwartal belegt die Mannschaft aktuell Rang zehn. Mit einem Sieg am kommenden Samstag, 15. November, beim TSV Ismaning (7:9) könnte das Team zu Ismaning und dem HC Erlangen (7:7) aufschließen und zugleich den TSV Haunstetten (6:8) überholen. Anwurf ist um 20 Uhr in der Ismaninger Isarena. Ein Fanbus fährt am 15.11 um 13:45 Uhrvom SG Vereinsheim. Fahr mit und unterstütze die Mannschaft lautstark. Anmedlung bei Jana Pahl (Jana@pahl-web.de)
Danach warten bis Jahresende zwei deutlich schwerere Aufgaben: Am Sonntag, 23. November, um 16 Uhr empfängt die HSG Spitzenreiter TSV Wolfschlugen im Harres, ehe es am Samstag, 6. Dezember, um 19 Uhr zum Derby gegen die zweitplatzierten Kurpfalz-Bären in die Ketscher Neurotthallegeht.
HSG: Dörr, Friedrich – N. Weschenfelder, Nussbaumer, Scholl (4), Hofmann (1), Haupt (3), Hornstein (7), Köhler (4), Pahl (7), C. Weschenfelder, Schulz (3/3), Stegmüller, Schieszl, Baumann (1), Rimpf (3)

