Herbe Heimniederlage der HSG St. Leon/Reilingen -Heidelsheim/Helmsheim bestimmte das Spiel

Eine bittere 21:33 Heimniederlage musste das Badenliga-Team der HSG St. Leon/Reilingen am vergangenen Sonntag gegen die starke SG Heidelsheim/Helmsheim hinnehmen, die ebenfalls wie der Gegner vom letzten Donnerstag, SG Heddesheim, zum Favoritenkreis der Badenliga zählt. Den zwei schweren Spielen in drei Tagen musste das HSG-Team Tribut zollen. „Wir müssen aus der letzten Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen und variabler spielen“, meinte HSG-Trainer Winter vor dem Spiel. Genau diese Variabilität fehlte den Gastgebern über weite Strecken des Spiels. Während die Gäste mit ihrem druckvollen, effektiven Offensivspiel die HSG-Defensive ein ums andere Mal durcheinanderwirbelten, wirkte das HSG-Team viel zu statisch und teilweise recht ideenlos, um die recht stabile, kompakte 6:0 Abwehrformation der Gäste in größere Schwierigkeiten zu bringen. Über weite Strecken der Begegnung fehlte den Gastgebern einfach die nötige Power und Übersicht, um entscheidende Akzente zu setzen. Das schnelle Umschaltspiel kam ebenfalls nicht zum Tragen, da die HSG-Defensive keinen Zugriff auf das dynamische Spiel der Gäste fand. So waren die Gastgeber einer ihrer ansonsten starken Waffen beraubt und konnten dieses Defizit nicht ausgleichen. Auch kam in entscheidenden Phasen, als man sich wieder herangekämpft hatte, einiges Wurfpech hinzu, vielleicht auch der Unkonzentriertheit beim Torwurf geschuldet. Die Gäste hingegen hatten eine optimale Wurfquote, fanden doch ihre Torwürfe fast konstant den Weg ins Tor. Allerdings machte es ihnen die oft löchrige, viel zu passive Defensive der Gastgeber relativ leicht, sich ihre Torchancen  zu erspielen. Oftmals auch mit einfachen, aber sehr effektiven Mitteln waren die Gäste erfolgreich und die Gastgeber hatten ein ums andere Mal das Nachsehen.

Ein recht flotter Beginn von beiden Mannschaften schien auf ein spannendes Spiel hinzudeuten. Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste waren mit zwei schnellen Treffern erfolgreich und schon in der 3. Minute hieß es 2:2. Dann bekam das HSG-Team schon erste Schwierigkeiten in der Offensive. Gegen die kompakte, sehr bewegliche 6:0 Abwehrformation der Gäste fand das HSG-Team in der Folgezeit keine adäquaten Mittel, um sich Chancen zu erspielen. Die SG H/H wirkte nun sehr zielgerichtet und hatte vor allem, wie im gesamten Spiel, ihre Stärken im gelungenen Kreisläuferspiel und im wurfstarken Rückraum. Diese Achse bekamen die Gastgeber während der gesamten Partie nie in Griff. Mit diesem effektiven Spiel setzten sich die Gäste auf 5:8 ab, weil auch die Gastgeber in dieser Phase drei klare Torchancen unkonzentriert vergaben. Dann jedoch besann sich vorübergehend das HSG-Team auf seine spielerischen Fähigkeiten und wirkte auch in der Defensive sehr aufmerksam. Mit nun gelungenen Aktionen über die Rückraumachse und Rechtsaußen sowie einem empty goal, als die SG H/H den Torhüter aus dem Spiel nahm, schaffte man nicht nur den Ausgleich, sondern ging auch mit 10:9 in Führung. Danach nahmen die Gäste wieder das Heft in die Hand. Mit viel Dynamik suchten sie sehr zielgerichtet den Weg zum Tor gegen eine nun sehr nachlässig wirkende HSG-Defensive. Fast ausschließlich über Rückraum links und dem Kreis erzielten sie Tor um Tor und zur Halbzeit lag die HSG mit 12:15 im Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gäste gleich nach und erhöhten auf 12:17. Wie ein roter Faden zog sich die Abwehrschwäche der HSG durch die zweite Spielhälfte. Aber nicht nur die Defensive offenbarte eklatante Schwächen, auch die Offensive präsentierte sich in recht schwachem Zustand. Ohne Struktur und Dynamik operierte man im Angriff, fand wenig Mittel gegen die sehr kompakte Defensive der Gäste und hatte obendrein eine schwache Wurfquote, als man in aussichtsreichen Positionen klare Torchancen vergab. Die SG H/H hingegen agierte mit sehr viel Druck auf die HSG-Abwehr, brachte immer wieder sowohl den linken Rückraum als auch den Kreisläufer in Position und erhöhte kontinuierlich, auch über Gegenstöße, auf 13:20, weil nämlich dem drucklosen HSG-Angriff einige technische Fehler unterliefen, was die Gäste konsequent ausnutzten. Nach und nach erholte sich das HSG-Team aus dieser Schwächephase, wirkte nun entschlossener und aktiver und stellte nun auch eine wesentlich aggressivere Defensive. Mit endlich mehr Struktur und Übersicht, vor allem mit viel mehr Zug zum Tor holte man Tor um Tor auf und war beim 19:22 auf drei Treffer Abstand herangekommen. Leider vergab man zusätzlich noch zwei weiter klare Chancen, sonst hätte man den nun etwas verunsicherten Gegner noch in Schwierigkeiten bringen können. Doch die SG H/H drehte den Spieß wieder um und legte in den letzten 12 Minuten einen 11:2 Lauf hin, weil das HSG-Team nun völlig den Faden verlor, sich in hektische Aktionen verstrickte und auch in der Defensive erhebliche Schwächen zeigte. Am Ende mussten die Gastgeber eine bittere, viel zu hoch ausgefallene 21:33 Niederlage hinnehmen, die es nun in der kommenden Woche zu verarbeiten gilt.

Trainer Winter nach dem Spiel: „Ich bin schon enttäuscht. Wir hatten in der Offensive zu wenig Zug zum Tor und sind in der Defensive schlecht gestanden, die Abstimmung hat oft gefehlt. Die Trefferquote der SG H/H war fast optimal. Das Ergebnis ist zwar zu hoch ausgefallen, der Sieg der Gäste war aber verdient.“

Die Mannschaft und die Tore: Winter, Jacobs, Gabrys; Decker (6/3), Hühn (6), Menger (5), Bahr (2), Rausch (1), Benetti Y. (1), Kief, Benetti M., Antl und Bujdos.

krau

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